We talk Indie: Im Gespräch mit dem Verlagshaus J. Frank | Berlin

Wie bereits hier angekündigt, werden wir in unserer neuen Reihe »We talk Indie« die kreativen Köpfe hinter den schönen Indie-Programmen zu Wort kommen lassen. Heute erwartet euch das Interview mit dem Team vom Verlagshaus J. Frank | Berlin.

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Dominik Ziller, Andrea Schmidt, Johannes CS Frank (v.l.n.r.) / Foto: © Hans Praefke

Wie ist es zur Gründung des Verlages gekommen?

Das Verlagshaus ist durch glückliche Fügung entstanden: Wir drei kommen aus ganz unterschiedlichen Richtungen, sind auch sehr verschieden – dass ausgerechnet wir drei zusammenkommen und einen Verlag miteinander gründen und betreiben, hätte niemand voraussagen können. Dominik und Johannes trafen sich in einer Situation geteilter Unzufriedenheit – und ganz und gar zufällig. Wir kamen ins Gespräch, sprachen einen Abend lang, und am Morgen war der Verlag gegründet. Andrea kam dann bei einer unserer ersten Veranstaltungen auf uns zu, und seitdem sind wir zu dritt. In unserer Geschichte unterscheiden wir aber eigentlich immer zwischen zwei Verlagen: Das erste Verlagshaus war ganz unserem Magazin, der „Belletristik“, gewidmet, das Verlagshaus in der heutigen Form gibt es eigentlich erst seit 2010, als wir begannen, die Edition Belletristik aufzubauen und uns in einen Buchverlag zu verwandeln. Mit der Edition Belletristik, der Edition Polyphon, der Edition Poeticon und der Edition Panopticon sind wir jetzt mit dem Ausbau unserer Reihen sehr glücklich und können sie immer mehr wachsen sehen!

Welche Schwerpunkte setzt das Verlagshaus J. Frank | Berlin? Was zeichnet den Verlag aus?

Das Verlagshaus veröffentlicht in erster Linie Lyrik und Kurzprosa. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Illustration. Wir verstehen unsere Arbeit im Verlag als künstlerische Arbeit – insofern ist das Verlagshaus in allen seinen Editionen ein Ideenlabor. Unsere Bücher sind das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Autor_innen und Illustrator_innen und dem Verlag sowie einem Zusammenspiel von Typografie, Gestaltung, ausgewählten Druckverfahren und Papieren.

Welchen Herausforderungen musstet Ihr Euch anfangs stellen? Sind es dieselben wie heute?

Die Herausforderungen waren und sind vielfältig, und wir haben alle Fehler gemacht, die wir machen konnten. Aber inzwischen ist der Verlag auf einem Weg, an dem wir uns alle erfreuen können. Es bleiben Herausforderungen, die sind aber nicht mehr solche, wie sie uns in den ersten Jahren begegnet sind. Strukturell sind wir an einem sehr guten Punkt angelangt: Unser Vertrieb ist gut aufgestellt, unsere Verlagsvertreterinnen und unsere Presse-Agentur machen hervorragende Arbeit, unser Programm ist klar organisiert – strukturell läuft es sehr gut für uns! Wenn man vornehmlich Lyrik, Kurzprosa und Illustration veröffentlicht, muss man mit Ambivalenzen, besonders natürlich wirtschaftlichen, gut leben können, also sich ihnen immer wieder mit Zuversicht stellen können.

Die Herausforderungen sind jetzt die, mit denen wir uns beschäftigen möchten, die für das Profil des Verlags wesentlich sind: Was möchten wir veröffentlichen? Wofür einstehen? Wen möchten wir begleiten? Was möchten wir bewirken? Wo sind die interessanten Stimmen im In- und Ausland?

Was schätzt Ihr an der unabhängigen Kleinverlagswelt?

Wir verstehen uns nicht als Kleinverlag. Insofern können wir über eine Welt der Kleinverlage nicht viel sagen. Wir sind ein Independent-Verlag. Und wir sind in gutem Kontakt mit anderen Independent-Verlagen, mögen den Austausch mit ihnen sehr, wir begegnen einander ja immer wieder. Ein Independent-Verlag ist aber vor allem für Autorinnen und Autoren attraktiv: Es gibt die Möglichkeit einer persönlichen Begleitung, einer gemeinsamen Weiterentwicklung. Das klappt nicht jedes Mal – aber da, wo es funktioniert, ist es ganz hervorragend. Und diese Art der gemeinsamen Entwicklung ist nur bei Independent-Verlagen zu finden.

Welche Entwicklungen auf dem Buchmarkt / im Literaturbetrieb beschäftigen Euch zurzeit besonders stark?

Besonders stark interessieren uns Entwicklungen in der Lyrik im In- und Ausland. Wir möchten in Zukunft die internationale Literatur noch stärker in den Blick nehmen, und mit unserer Edition Polyphon sind wir auf dem Weg, spannende Autorinnen und Autoren im deutschsprachigen Raum zu präsentieren!

Zum Abschluss würden wir uns über eine Buchempfehlung freuen – aus Eurem eigenen Programm oder dem eines anderen Indie-Verlages.

Natürlich ist jedes Buch in unserem Verlagshaus jedem und jeder dringend anempfohlen!

Bei Kookbooks ist letztes Jahr Martina Hefters Band „Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch“ erschienen, das ist wirklich großartig – und bei Luftschacht Martin Mandlers „Shooting Stars“, dazu können wir der Edition Azur immer wieder zu Nancy Hünger gratulieren!

Wir danken Andrea Schmidt, Dominik Ziller und Johannes CS Frank für das Interview und wünschen dem Verlagshaus J. Frank | Berlin weiterhin viel Erfolg!

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