Hurra – »We read Indie« wird ein Jahr!

hurra

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
liebe Verlage und
liebe Freunde von »We read Indie«,

wie eine Kerze steht sie vor uns, die stolze 1. Die Blogger-Initiative »We read Indie« feiert heute, am 2. Juni, den 1. Geburtstag. Was für ein Ereignis! Was für eine Freude! Hach, einfach großartig! Wir sind stolz und glücklich auf das, was wir in den vergangenen zwölf Monaten erreicht haben. Hätten wir das von Anfang gedacht? Auf jeden Fall war der große Wunsch bei der Gründung da. Nachdem der Start raketengleich im Netz explodiert ist (den vielen Unterstützern sei Dank!), fühlten wir wahrhaftig Flügel auf unseren Schulterblättern schlagen. Wir hatten offenbar einen Nerv getroffen. Die Zeit war reif für eine Initiative wie »We read Indie«.

Wirklich angefangen hat alles am 23. März 2013 – dem Indiebookday. Daniel Beskos vom mairisch Verlag hat 2013 mit dem Indiebookday nicht nur einen wertvollen Feiertag der Bücher aus unabhängigen Verlagen geschaffen. Er hat mich dazu inspiriert, eine Plattform zu gründen, auf der man das ganze Jahr über aus der vielfältigen interessanten Kleinverlagswelt wichtige Informationen erhält. Auf diese Weise ist »We read Indie« entstanden. In meinem Beitrag zum diesjährigen Indiebookday schrieb ich: »Indie bedeutet nicht nur klein und unabhängig, sondern auch viel Herzblut und ein Gespür für das Besondere. Indiebooks stechen durch die liebevolle und originelle Gestaltung im Bücherdschungel hervor. Sie liegen geschmeidig in der Hand und entlocken dem Leser ein Lächeln, das selbst dicke Regenwolken schluckt. Indiebooks kommen von Menschen, die mit großer Passion Bücher herstellen.«

Das ist es, das mich tanzen lässt, wenn ich das Wort Indiebook ausspreche. Besonders schön ist, dass ich ein Teil dieser Indiebookwelt geworden bin, und das nicht allein. Gemeinsam mit meinen wunderbaren, engagierten Bloggerkolleginnen, die alle in anderen Städten wohnen, nebenbei noch eigene Blogs betreiben und ein Offline-Leben führen. Liebe WRIndieanerinnen, ich danke Euch von Herzen für Euren tollen Input und unerschütterlichen Einsatz! Wir haben fantastische Projekte in die Welt hinaus getragen. Wir haben manchmal die Nacht zum Tag gemacht, uns die Finger wundgetippt und unsere Köpfe rauchen lassen. Wir haben herzliche Verlagsmenschen und begeisterte Indiebook-Menschen kennengelernt. Überzeugungstäter, die wie wir mit voller Leidenschaft dabei sind. Diese Leidenschaft ist unser Feuer. Und wir wollen sie sichtbar machen.

Wir freuen uns, all das Gute und Schöne auf die Beine gestellt zu haben. Genau das wollen wir heute feiern. Unter uns, mit Euch, den Verlagen und Unterstützern. Mein persönlicher Dank geht hierbei an die engagierten Damen von Kirchner Kommunikation für die tolle Zusammenarbeit! Genauso erwähnenswert ist die schöne Kooperation mit ocelot, not just another bookstore. Aber auch den anderen danke ich, dass Ihr dabei seid und uns unterstützt! Das ist so viel wert. Und macht extrem glücklich! Weil Glück bekanntlich am schönsten ist, wenn man es teilt, gibt es heute einen ganz besonderen Blogbeitrag von uns und über uns. Lasst uns alle gemeinsam feiern!

Herzlichst,
Eure Klappentexterin und die »We read Indie«-Damen

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Das sagt die Welt über »We read Indie«

 

»›We read Indie‹ ist zweifelsohne eine der schönsten Neugeburten jüngster Zeit. Es sind solche Initiativen, die unsere Buchwelt jetzt braucht.«
– Nadya Hartmann, Frankfurter Verlagsanstalt

»Die besten Glückwünsche zum 1. Geburtstag von ›We read indie‹! Wir gratulieren herzlich zum Bestehen eures engagierten Konzeptes und hoffen auf noch viele Jahre leidenschaftlichen Buchlesens und -besprechens von tollen Büchern, auf die sonst keiner aufmerksam macht… Alles Gute!«
– Katharina Fiddeke, Verlag Antje Kunstmann

»Das Blog ›We read Indie‹ ist der Ort, wo sich die Gutenberggalaxie mit dem digitalen Zeitalter auf das Natürlichste miteinander verbindet. Unabhängige Verleger treffen mit ihren sorgfältig gemachten Büchern und Zeitschriften auf sachkundige Rezensentinnen und Rezensenten – und die Leser, die sich für Bücher jenseits der Massenware interessieren, können sich onlineschnell informieren. Herzlichen Glückwunsch!«
– Thomas Geiger, Literarisches Colloquium Berlin

»›We Read Indie‹ ist eine nötige Initiative! Sie hat in nur einem Jahr bewiesen, dass gute Literatur von Independent-Verlagen nicht die kleine Nische bedient, sondern eine große Fanbase im Netz hat! Gute, pointierte Rezensionen und Bekenntnis zum Neuen, zum Zeitgeist, zu den Büchern, die in unserer Kulturszene wirklich wichtig sind! Was kann man sich mehr wünschen! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, WE READ INDIE!«
– Annette Kühn und Christian Lux, luxbooks

»Dass es ›We read Indie‹ gibt, finde ich ganz schön großartig. Denn dass meine kleine Idee des Indiebookdays solche wunderbaren Folgen haben würde – wer hätte das gedacht.«
– Daniel Beskos, mairisch Verlag

»Happy, happy 1st birthday, beloved ›We read Indie‹, mit Euch wollen wir ganz, ganz alt werden! Ein dickes, herzenswarmes Danke, denn eigentlich seid IHR seit einem Jahr das wahre Geschenk an uns alle. Niemand zeigt die bunte Vielfalt der kleinen Verlage schöner, engagierter, herzenswärmer!«
– Maria-Christina Piwowarski und Frithjof Klepp, ocelot, not just another bookstore

»›We read Indie‹ arbeitet seit einem Jahr stets charmant, kompetent und unermüdlich an der Verbreitung der wahren, der guten, der Indie-Literatur und schafft so eine attraktive Alternative zum üblichen Rezensionswesen. Salis mag ›We read Indie‹ sehr und gratuliert herzlich zum ersten Geburtstag!«
– André Gstettenhofer, Salis Verlag

»Ein Blog, das ausschließlich Bücher von Indie-Verlagen bespricht – wenn es das nicht dank euch nun gäbe, man müsste es erfinden! ›We read Indie‹ ist eine echte Fundgrube. Zum 1. Geburtstag wünschen wir euch alles, alles Gute und mindestens eine Million Leser bis zum 2. Geburtstag. Macht weiter so!«
– Sebastian Wolter, Voland & Quist

»In Zeiten, in denen die etablierten Stellen für Literaturkritik immer weniger werden, sind Ideen und Kreativität gefragt, um auf Bücher aufmerksam zu machen, die nicht auf den Bestseller-Listen stehen. ›We read Indie‹ macht das ganz wunderbar.«
– Monika Meffert, Wallstein Verlag

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Auch wir haben was zu sagen: »We read Indie« im Gespräch

 

Simone, Caterina, Mareike, Sophie & Bücherliebhaberin
Simone, Caterina, Mareike, Sophie & Bücherliebhaberin

Ein Jahr »We read Indie«! Wie ist die Stimmung? Steht ihr immer noch zu 100 Prozent hinter dem Projekt oder denkt ihr euch mittlerweile: »Holy shit, was haben wir uns da eingebrockt«?

Mareike: Ach, das denke ich mir jeden Tag, wenn meine Kinder aufwachen. »We read Indie« ist für mich das ruhigste meiner Babys. Und egal, was ich mir so alles eingebrockt habe – ich stehe immer zu 100 Prozent dahinter.

Simone: Unbedingt! Weil es so viel Spaß bereitet und sich immer weitere Türen öffnen. Und ich fühle mich so wohl in dieser besonderen Welt der unabhängigen Verlage mit den tollen Bloggerdamen an meiner Seite.

Caterina: Holy shit? Das denke ich mir regelmäßig – in sämtlichen Lebensbereichen. Aber wie Mareike mache ich nichts, was ich anpacke, halbherzig. Wir sind nach diesem ersten Jahr mehr denn je davon überzeugt, dass wir etwas Großartiges und Wichtiges geschaffen haben, und darum lassen die Begeisterung und die Kraft, die dahinterstehen, noch immer nicht nach. Im Gegenteil: Je mehr Menschen mit leuchtenden Augen auf uns zukommen, desto mehr verspüre ich den Drang, noch mehr zu geben, auch wenn das nicht immer möglich ist.

Sophie: Trotz eigenem Blog und anderen Verpflichtungen stehe ich immer noch vollkommen hinter diesem Projekt, auch wenn ich erst später dazugestoßen bin. Und durch die Beschäftigung mit der ganzen Indieszene bemerke ich, wie ich vielen Dingen und Projekten gegenüber aufgeschlossener und interessierter werde, als das vielleicht früher der Fall war. Man nimmt erst mal wahr, wie viele Möglichkeiten es gibt, Literatur zu vermitteln.

Wie ist die Resonanz auf euer gemeinsames Projekt bisher in der Buchbranche?

Simone: Fantastisch. In zahlreichen Gesprächen mit Verlegern und Verlagsmitarbeiterin bin ich auf große Begeisterung gestoßen. Sie finden es gut und wichtig, dass es uns gibt, und unterstützen uns mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Aber auch Buchhändler wie die ocelots finden es großartig, dass es uns gibt. Wir sind es, die die wertvolle Indiebookwelt übers Internet sichtbar machen.

Caterina: Auch ich bin ganz beglückt über die Euphorie, mit der man uns begegnet, und über die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Man lernt unglaublich spannende Menschen kennen und entwickelt gemeinsam tolle Ideen, um die Indie-Literatur noch größer zu machen. Dieser rege Austausch mit Leuten aus der Branche – seien es Autoren, Verleger, Buchhändler oder Kulturschaffende – ist eine der Sachen, die mich an »We read Indie« am meisten begeistern.

Welche Entwicklung hat euer Projekt »We read Indie« in den letzten zwölf Monaten gemacht?

Mareike: Wir haben gemerkt, wie schwierig es ist, ein solches Projekt zu stemmen, weil wir natürlich alle ein Leben ohne »We read Indie« haben. Das bedeutet: Man braucht Zeit, viel Zeit, und die ist neben Arbeit, Kindern, Haushalt, sozialem Leben und nicht zuletzt Lesen ein bisschen knapp. Zudem wohnen wir alle nicht am selben Ort, und obwohl das Vernetzen dank Facebook ausgezeichnet klappt, erfordert es auch einiges an Organisation.

Sophie: Ja, da stimme ich Mareike zu. Wir gehen zwar immer noch mit dem gleichen Elan an die Sache, oft fehlt aber einfach die Zeit, um so zu können, wie man wollte. Das hat man sich anfangs vielleicht noch etwas leichter vorgestellt.

Simone: Oh ja, die Zeit, die gute Zeit, die sich oft aus dem Staub macht – da kann ich meinen beiden Vorrednerinnen nur Recht geben. Trotzdem haben wir es immer wieder – trotz der weiten Entfernung und der wenigen Zeit – geschafft, großartige Projekte auf die Beine zu stellen, dank unserer tollen Organisation und dem regelmäßigen Austausch untereinander. Das zeigt: Vieles ist möglich. Innerhalb des Gremiums gab es zwischenzeitlich bei der einen oder anderen Bloggerin auch persönlicheVeränderungen, so dass sich die ursprüngliche Konstellation unseres Teams aktuell verwandelt hat. Buzzaldrins Bücher, Bibliophilin, Syn-ästhetisch und Ada Mitsou haben sich vorerst aus der aktiven Mitarbeit zurückgezogen. Dafür hinzugekommen sind einerseits Sophie von Literaturen und andererseits die Bücherliebhaberin, die auf glasperlenspiel13 im Internet aus der Literaturwelt berichtet.

Sophie und Bücherliebhaberin, was hat euch bewogen, zu »We read Indie« dazuzustoßen?

Sophie: Das unbedingte Interesse an dem, was abseits  der Stapelware liegt. Als (fast ausgelernte) Buchhändlerin weiß ich, was auf den Bestsellerlisten steht, viel spannender ist es aber, was abseits dessen liegt. Da gibt es wesentlich mehr und sehr oft auch qualitativ viel Besseres zu entdecken. Ich habe das Projekt bereits nach seiner Gründung verfolgt, weil ich alle Beteiligten als geschätzte Bloggerkollegen schon vorher kannte. Und habe mich natürlich dann sehr gefreut, als sich mir die Möglichkeit geboten hat, ein Teil von »We Read Indie« zu sein.

Bücherliebhaberin: Das Projekt habe ich von Anfang an mitverfolgt bzw. fleißig mitgelesen. Die Idee, die dahinter steckt, hat mir einfach gut gefallen. Vor einiger Zeit ergab sich dann die Möglichkeit, zukünftig bei »We read Indie« mitzuwirken. Ich habe in den letzten Jahren viele kleine Verlage mit interessanten Programmen kennen gelernt und nun möchte ich mit meinem Einsatz einen Teil dazu beitragen, dass auch die »Kleinen« groß rauskommen. Ein weiteres für mich sehr wichtiges Argument: der sehr intensive Austausch mit den anderen Mitstreiterinnen. Sie sind ja alle so lese- und bloggverrückt wie ich. Da ist das Verständnis für einander besonders groß.

Caterina: Wie schön, dass ihr beide nun dabei seid! Ihr habt noch mal ganz andere Interessen und dadurch auch ganz andere Verlage im Blick, sodass es auf »We read Indie« ab sofort eine noch größere Vielfalt geben wird.

Ganz direkt gesagt: Mit dem Bloggen über Bücher verdient ihr kein Geld. Woher kommt eure Motivation, es trotzdem zu tun?

Sophie: Literatur ist ein elementarer Bereich meines Lebens. Und für etwas, was dir so wichtig ist, weil es einen Teil deines Selbst widerspiegelt, wendest du gern unentgeltlich Zeit auf.

Mareike: Meine Motivation ist mein Mitteilungsbedürfnis. Ich will über die Bücher, die ich lese, reden, habe aber im Freundeskreis nicht die Möglichkeit dazu. So bin ich zum Bloggen gekommen und freu mich sehr über den regen Austausch, der hier stattfindet. An »We read Indie« motiviert mich natürlich zusätzlich, dass ich dazu beitragen möchte, die kleinen Verlage zu pushen.

Simone: Ich bin eine Überzeugungstäterin. Ich schreibe nicht über Bücher, weil ich reich werden will. Ich möchte den Menschen Bücher zeigen, die lesenswert sind, auch wenn sie nicht in der Bestsellerliste stehen. Mir persönlich war es immer schon wichtig, auf die Bücher aufmerksam zu machen, die nicht in der breiten Masse schwimmen. Ich bin aus tiefstem Herzen ihre Fürsprecherin. Und finde es großartig, dass dies gelingt.

Bücherliebhaberin: Ich hatte schon immer das Bedürfnis, mich mit meinen Büchern über die Lektüre hinaus zu beschäftigen. So habe ich einen Literaturkreis und eben auch vor drei Jahren meinen Blog gegründet. Meine Motivation? Die positive Resonanz von lieben Menschen, die genauso gern lesen wie ich. Und das passiert nicht nur durchs Kommentarfeld, sondern oft auch telefonisch, per Mail oder persönlich.

Caterina: All das, was bisher gesagt wurde, trifft auch auf mich zu – auch mein Blog ist aus dem Bedürfnis heraus entstanden, mich auszutauschen und dem guten Buch zu mehr Lesern zu verhelfen. Doch in den letzten zwei Jahren ist noch etwas anderes hinzugekommen: Das Bloggen verschränkt sich mehr und mehr mit meiner Arbeit als Literaturagentin und Lektorin. Die Kontakte, die ich bei der einen Tätigkeit knüpfe, die Texte und Autoren, auf die ich stoße, die Dinge, die ich über die Branche lerne, sind immer auch nützlich für die andere Tätigkeit. Selbst wenn ich also mit dem Bloggen kein Geld verdiene, so spielt es dennoch eine zunehmend wichtige Rolle in meinem Berufsleben. Auch dies ist Art Motivation.

Hinter »We read Indie« steht ausschließlich Frauenpower. Warum? Wo sind die Männer abgeblieben?

Sophie: Die transportieren unsere Bücherkisten von A nach B und zimmern neue Regale.

Simone: Oder sie schauen uns zu und genießen.

Mareike: Oder spielen Playstation.

Sophie: Nein, Quatsch, wir sind natürlich männlichen Mitgliedern gegenüber durchaus aufgeschlossen.

Caterina: Und genau genommen gibt es sogar jede Menge Männer, die über Literatur bloggen und mit denen wir uns gerne und oft austauschen: 54books, Analog-Lesen, aus.gelesen, The Daily Frown, Jargs Blog, Kaffeehaussitzer, Medienjournal und Muromez, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Einige von ihnen sind auch schon als Gastrezensenten bei uns zu Wort gekommen. Es ist nur so, dass wir von »We read Indie« sehr eng zusammenarbeiten – da ist es von Vorteil, wenn man sich persönlich kennt, was bei uns allen tatsächlich der Fall ist. Wir können einander hundertprozentig vertrauen und wissen, wer wie tickt. Das ist extrem wichtig, wenn ein Team so organisiert ist wie unseres.

Bücherliebhaberin: Also, mein Sohn hat schon seine eigene kleine Bibliothek. Ihr seht, ich arbeite am Fortbestand. 😉

Als Bücherleser wirkt man ja zum Glück recht intellektuell, aber auch schnell wie ein Nerd. Wie werdet ihr von eurem Umfeld wahrgenommen?

Mareike: Ich bin ein Nerd. Und stolz darauf.

Sophie: Manchmal als Besserwisser und manchmal als Einzelgänger, weil die literarische Leidenschaft bisweilen doch eine einsame ist. Schließlich verbringt man außerordentlich viel Zeit allein mit den Büchern. Aber eigentlich bin ich total zugänglich und nett. Merken die meisten dann auch irgendwann.

Simone: Als strahlende Bücherfee. Ich werde gern gefragt, was man lesen sollte oder was man gut verschenken kann. Kurz gesagt: Ich übe mein Amt mit Stolz und Freude aus. Und fühle mich so gar nicht wie ein Nerd, sondern wie eine gute Fee, die andere zu schönen Büchern inspiriert.

Bücherliebhaberin: Als jemand, der gern liest, eben als eine Bücherliebhaberin. Nur manchmal sehe ich das Unverständnis in den Augen meines Gegenübers, wenn ich mal wieder erkläre, warum ich nur gebundene Bücher in meinem Regal sehen möchte.

Caterina: Kommt auf das Umfeld an. Ich arbeite ja in der Buchbranche, habe also mit vielen Gleichgesinnten zu tun und treffe regelmäßig auf echtes Interesse, wenn ich von meinem Blog erzähle – inzwischen haben sich Literaturblogs ja weitgehend etabliert, wenn man mal von einigen Feuilletonisten absieht. Ein Nerd bin ich hingegen in den Augen derjenigen, die selbst nichts mit der Branche am Hut haben – doch nie im abschätzigen Sinne, die meisten staunen darüber, was ich in meiner Freizeit tue.

Hand aufs Herz: Lest ihr wirklich immer nur gehobene Belletristik? Oder gelüstet es euch doch manchmal nach ein bisschen Chicklit oder einem 08/15-Thriller?

Mareike: Nie. Ich esse kein Fastfood, weder literarisches noch echtes.

Bücherliebhaberin: Ich finde die Antwort klasse und schließe mich dieser an!

Sophie: Also Chick-Lit und Fantasy kommen bei mir eigentlich nie auf den Tisch, danach gelüstet es mich auch nicht. Gegen einen guten klassischen Krimi à la Conan Doyle oder Agatha Christie habe ich allerdings nie etwas einzuwenden, genauso wie ich auch leidenschaftlich mal Screwball-Komödien mit Rock Hudson und Doris Day gucke. Bisher hat es mir nicht geschadet – glaube ich.

Mareike: Oh, aber letztens hab ich einen Krimi gelesen. Das war allerdings Wolfsgrube von Szilàrd Rubin, zählt also nicht als Fastfood.

Caterina: Pfff – das erinnert mich jetzt arg an Iris Radisch, die neulich im Zusammenhang mit Sibylle Lewitscharoffs jüngstem, stark kritisiertem Werk Killmousky meinte, man dürfe die Messlatte nicht so hoch hängen, es sei doch nur ein Krimi, also quasi eine Entspannungsübung im Vergleich zu den philosophischen Romanen, die sie sonst so verfasst (die Autorin und Verlegerin Zoë Beck hat eine kluge Erwiderung darauf geschrieben). Also nur um das klarzustellen: Nicht jeder Krimi ist Fast Food, auch hier gibt es gute und schlechte, jene, die dich umhauen, und jene, die dich kaltlassen. 08/15 ist öde, da sind wir uns einig – aber nicht jeder Genrestoff ist automatisch 08/15, es gibt unzählige, die einen gewissen literarischen Anspruch haben und mit den Erzählkonventionen spielen, und umgekehrt ist nicht jeder Gegenwartsroman automatisch außergewöhnlich, nur weil er sich an keinem Raster orientiert.  

Simone: Manchmal kann es auch was Leichtes sein. Aber insgesamt schätze ich Bücher, die mich durch eine herausragende Sprache begeistern und etwas in mir auslösen, wie einen Seufzer, ein Lächeln oder eine Explosion. Bücher müssen mich zum Leuchten bringen und das passiert überwiegend in der schöngeistigen Literatur.

Caterina: Dito! Nur gibt es eben auch viele irre gute Spannungstitel, die in der Lage sind, genau das in mir anzurichten.

Was dürfen wir in Zukunft von euch erwarten, wie geht die Reise mit »We read Indie« weiter?

Simone: Jede Menge. Die Indiebookwelt ist so bereichend und die Menschen herzlich und unglaublich mitreißend. Die Ideenmaschine in meinem Kopf arbeitet täglich und will nie schlafen. Daher bleibt es spannend.

Caterina: Und ich bemühe mich, mit Simones Ideenmaschine Schritt zu halten.

Mareike: Also, ich hab keine Ahnung. Ich lass mich einfach überraschen.

Sophie: Weiter in dieselbe Richtung, würde ich sagen. Mit Kraft voran.

Bücherliebhaberin: Ich freu mich sehr, dass ich bei diesem besonderen Projekt ab sofort mitwirken kann, und wünsche mir einen interessanten Austausch mit den anderen »We read Indie«-Damen und fleißigen Lesern.

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14 Antworten auf “Hurra – »We read Indie« wird ein Jahr!”

  1. Herzlichen Glückwunsch zum einjährigen Bestehen, auch wenn es sehr schade ist, dass die gute Mara sich von eurem Indie Projekt losgeseilt hat. Ihr habt es bereits erwähnt – der Tag hat halt nur 24 Stunden. Interessanter Beitrag, macht weiter so!

    Herzlichst,
    Tanja

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  2. Alles gute zum ersten Bloggeburtstag. Vielen Dank für die vielen Leseempfehlungen, die ihr die letzten Monate ausgesprochen habt und ebenso für die Sensibilisierung für die Indie-Bücher. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich, bevor ich euren Blog kennen gelernt habe, sehr dem Mainstream verhaftet war und mich viel an den Bestsellerlisten orientiert habe. Doch die Indie- Bücher sind ebenso ein interessantes und weites Feld und es macht riesig Spaß, sich darin zu verlieren.
    Macht weiter so Mädels und ab und zu gibt es sicher auch von meiner Seite mal wieder eine Gastbesprechung.

    Lasst die Korken knallen und feiert euer 1-jähriges Bestehen.

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  3. Toll!I Ich gratuliere herzlichst zum einjährigen Bestehen und hoffen, Ihr verliert noch lange nicht Euren Elan, die Begeisterung, das Engagement – weiter so! Und das auch ganz egoistisch – so viele gute Buchtipps habe ich Euch schon zu verdanken!

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