Im Gespräch mit Irina Kramp, Initiatorin der UV-Lesung in Leipzig

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Die UV – die Lesung der unabhängigen Verlage ist mittlerweile ein fester Termin im Lesungsprogramm der Leipziger Buchmesse: Jedes Jahr am Buchmessefreitag kommen im Lindenfels Westflügel achtzehn Indie-Verlage zusammen, um dem Publikum das Beste aus ihren Programmen zu präsentieren. Anlässlich der Crowdfunding-Kampagne »Bastel Deine/n SuperverlegerIn!«, die noch bis zum 7. Februar läuft, haben wir uns mit der Mitinitiatorin und -organisatorin Irina Kramp über die Hintergründe der Veranstaltung unterhalten und darüber, warum wir – Leser, Autoren, Verleger – sie auch weiterhin brauchen.

Irina Kramp
Foto © Barbara Dietl

Irina Kramp ist gebürtige Leipzigerin, war 15 Jahre lang zwar studierte (Politikwissenschaft, Germanistik, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft), aber trotzdem ungelernte Buchhändlerin in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung. Sie ist Vorsitzende des UV – die Lesung der unabhängigen Verlage e.V., der die einmal jährlich stattfindende UV – die Lesung der unabhängigen Verlage am Buchmessefreitag in Leipzig organisiert. 

Das Börsenblatt meinte unlängst, die UV-Lesung genieße inzwischen Kultstatus. Magst du kurz etwas zu ihrer Entstehung, zu den Köpfen dahinter und zum Konzept erzählen? Was unterscheidet sie von anderen Leseformaten?

Die Idee zur Veranstaltung hat sich während meiner Zeit im Büro »Leipzig liest« der Leipziger Buchmesse entwickelt. Seit 2006 gibt es in Halle 5 die »Leseinsel Junge Verlage«, auf der unabhängige Verlage Programm machen und um die herum sich ihre Stände gruppieren. Neben der inhaltlichen Koordination der Leseinsel habe ich auch bei der Organisation der Stadtveranstaltungen mitgeholfen: ein Wahnsinnsprogramm an vier Abenden. Immer wieder hat sich gezeigt, dass es Einzellesungen in der Stadt schwer haben – gerade wenn es um Autorinnen und Autoren aus neuen oder in der Region unbekannteren Verlagen geht.

Im Laufe der Zeit reifte der Gedanke, eine Lesung auf die Beine zu stellen, in der unabhängige Verlage aus dem gesamten deutschsprachigen Raum lesen lassen können – an einem Ort, an einem Abend, im Verbund. Eine Lesung, mit der der Gedanke des »Lies lieber unabhängig« vom Messegelände mitten in die Stadt getragen wird. Ich habe gerade noch einmal geschaut: Die erste Mail an die »Verlage der ersten UV-Stunde« (Das waren 13!) datiert vom April 2009 – da wussten wir, dass wir etwas machen, aber noch nicht so genau, wo und wie wir das machen wollten. Aber die Rückmeldungen der Verlage waren so eindeutig positiv, dass wir drangeblieben sind. »Wir« waren damals die Leipziger Autoren Sebastian Brock und Thomas Podhostnik, die selber in unabhängigen Verlagen verlegt werden, und ich.

Wir haben also weitergemacht und der positivste aller Fälle ist eingetreten: Eins hat sich aus dem anderen ergeben. Thomas hat damals mit dem Westflügel, dem Figurentheaterzentrum in Leipzig, den perfektesten und charmantesten aller Orte aufgetan, und die Leute dort haben sich mit uns auf das Abenteuer eingelassen und von Anfang an weit über ein erwartbares Maß engagiert. Auch die Leipziger Buchmesse war von Beginn an als Unterstützer im Boot; sie hat der UV-Lesung alle Pressekanäle weit geöffnet und unsere Veranstaltung medial Huckepack genommen. Seit 2013 unterstützt die Leipziger Buchmesse unsere Veranstaltung auch finanziell mit einem Teilbetrag. Wir sind also eigentlich überall auf offene, interessierte und wohlwollende Ohren gestoßen. Das war auch eine Bestätigung für uns, etwas anzuschieben, das fehlt, was gewollt und gebraucht wird.

Was wollten und wollen wir mit UV – die Lesung der unabhängigen Verlage? Zuallererst wollen wir zeigen, was für tolle, vielseitige und anspruchsvolle Programme die unabhängigen Verlage machen. Dazu gehört auch, zu zeigen, dass der vielerorts synonyme Gebrauch der unabhängigen und der jungen Verlage nicht stimmt. Es geht also nicht in erster Linie um die Präsentation von DebütantInnen oder AutorInnen bis 35 oder 40, sondern um die gesamte Bandbreite unabhängiger Literatur: Seien es nun verschiedene Genres, AutorInnen verschiedener Generationen, Wiederentdeckungen bereits toter AutorInnen, Übersetzungen… Das Spektrum der Programme der unabhängigen Verlage ist so immens breit, das soll sich auch am Abend im Westflügel widerspiegeln.

Neben der inhaltlichen Vielstimmigkeit wollten wir von Anfang an aber auch darauf aufmerksam machen, dass es Gemeinsamkeiten in den Arbeitsweisen, dem Literaturzugang und den Abhängigkeiten von bestimmten Strukturen des Literaturbetriebes bei den unabhängigen Verlagen gibt. Ein ganz wichtiger Punkt: Wir wollen den AutorInnen und ModeratorInnen Honorare zahlen. Aus der Überzeugung heraus, die eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte: Schreiben ist Arbeit, Lesungen machen und Moderationen vorbereiten ist Arbeit – das gehört bezahlt! Immer!

Nun findet am 13.03.2015 bereits die sechste UV-Lesung statt. Dem Konzept, dem Ablauf des Abends, dem Veranstaltungsort sind wir treu geblieben. Neu sind jedes Jahr die 18 lesenden AutorInnen aus Verlagen der ersten UV-Stunde, teilweise neu gegründeten oder erstmals vertretenen unabhängigen Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – jedes Jahr eine andere Mischung. Und neu ist seit Mitte 2014 auch unsere Organisationsstruktur: Nachdem sich das Ursprungsteam aus privaten und beruflichen Gründen in alle Himmelsrichtungen verstreut hat, habe ich 2013 und 2014 die UV allein und als Privatperson organisiert. Das geht, muss aber nicht sein! Deshalb haben sieben weitere Menschen, die der Lesung seit Jahren in unterschiedlichster Weise verbunden sind, mit mir »UV – die Lesung der unabhängigen Verlage e.V.« gegründet. Wir haben eine Literaturagentin, eine freie Texterin, Lehrerinnen, eine Psychologin, einen Germanistikstudenten und mit Robert Voss den Künstler in unseren Reihen, der seit 2013 jedes Jahr ein ganz wunderbares Plakat exklusiv für die UV gestaltet.

Der Verein ist auch ein Statement: Wir machen weiter! Wir wollen lauter! Wir wollen mehr! – nämlich kulturpolitische Debatten rund um unabhängige Literatur aufgreifen, begleiten und verbreiten, im besten Fall anstoßen! Nun mit 16 Schultern, auf die die Arbeit verteilt werden kann – mittlerweile sogar 20 Schultern, denn neben uns acht Gründungsmitgliedern haben wir seit Anfang des Jahres zwei Neumitglieder im Verein, darunter auch den ersten unabhängigen Verlag. Und das war noch nicht genug: Wir haben dem äußeren Erscheinungsbild der UV-Lesung die Nase geputzt und eine neue Homepage gebaut, die auch unter einer neuen Adresse zu erreichen ist: www.uvlesung.de.

Durch den Verein haben wir nun die nötige Struktur, um aktiv und mit Schmackes um Unterstützung für unsere Veranstaltung und unsere Arbeit zu werben – sei es in Form von Spenden, Fördermitgliedern oder Vereinsmitgliedern.

Ein ganzer Leseabend nur für die Indie-Verlage: Was schätzt ihr an ihnen? Warum haltet ihr sie für unterstützenswert?

Nun denn: auf, auf zur ultimativen Lobhudelei! Unabhängige Verlage sind für uns das Salz in der Literatursuppe und die Trüffelschweine des Literaturbetriebes. Während sich viele der Konzernverlage in ihren Programmen immer stärker der Unterhaltungsliteratur zuwenden, ist das bei den unabhängigen Verlagen nicht der Fall. Mit einem hohen Maß an persönlichem Risiko sind sie es, die dafür Sorge tragen, dass anspruchsvolle Themen und literarische Formen weit ab vom Mainstream überhaupt noch Verbreitung finden. Sie sind ÜberzeugungstäterInnen, die Bücher machen, weil sie gemacht werden müssen, weil sie sie für wichtig halten, bzw. die auf der anderen Seite lieber ein, zwei Bücher weniger machen, bevor sie »irgendwas« im nächsten Programm haben, weil man »irgendwas« (im Sinne einer bestimmten Titelanzahl) im Programm zu haben hat.

Und neben der verlegerischen Arbeit, die in unabhängigen Verlagen ja auch von wenigen Schultern getragen wird, engagieren sich die Verlegerinnen und Verleger: in der Kurt Wolff Stiftung, erfinden mal »eben« die HOTLIST und den Indiebookday und halten sie »nebenbei« am Laufen. Ich erlebe die unabhängigen Verlage – bei aller inhaltlichen Verschiedenheit – zudem als sehr solidarisch und gemeinschaftsorientiert. Immer wieder stoßen die VerlegerInnen auch unliebsame Debatten an, mischen sich ein, positionieren sich, so wie vorige Woche Jörg Sundermeier vom Berliner Verbrecher Verlag mit seiner Kritik an der Kritik, der Literaturkritik nämlich.

Um gleich ein Sundermeier-Statement aufzugreifen und es auf die unabhängigen VerlegerInnen anzuwenden: Für mich sind das alles Menschen mit Haltung. Mit wenig personellen und finanziellen Ressourcen werden Bücher in wundervoller und durchdachter Ausstattung in einem Umfeld gemacht, das gefühlt immer schwieriger wird bzw. sich immer wieder neue Herausforderungen einfallen lässt (Stichwort: Digitalisierung, Amazon, Buchhandelssterben, Feuilletonschwund etc.) – und das mit einer Zähigkeit und bei ungebrochen guter Laune. Das finde ich/finden wir ganz großartig, das nötigt uns einen Riesenrespekt ab und ist jede Unterstützung wert, die wir zu geben haben – sei es als BuchkäuferInnen, VeranstalterInnen oder als TrommlerInnen in der Öffentlichkeit.

Welchen Herausforderungen musstet ihr euch anfangs stellen? Sind es dieselben wie heute?

Herausforderungen? Mussten wir uns am Anfang Herausforderungen stellen? Mmh – ich habe das zumindest nicht so empfunden. Wir mussten einfach das machen, was man machen muss, um eine Veranstaltung mit 18 AutorInnen, drei ModeratorInnen und für 300 BesucherInnen auf die Beine zu stellen. Es gab selbstverständlich Unsicherheiten à la: Kommen genug ZuhörerInnen, funktioniert unser Konzept, passen die AutorInnen in den einzelnen Leseblöcken zueinander, entwickeln sich interessante Reibungspunkte und daraus Gespräche? Aber das sind wir frisch und unbedarft angegangen und haben es einfach darauf ankommen lassen. Glücklicherweise erfolgreich!

In meiner Wahrnehmung war/ist es so: Etwas anzufangen ist nicht schwer, aber es zu verstetigen, die passenden Strukturen und MitstreiterInnen zu finden und jedes Jahr auf’s Neue die benötigten Penunzen dafür einzusammeln, das ist die wirkliche Herausforderung.

2013 habt ihr euch erfolgreich mittels einer Crowdfunding-Kampagne finanziert – jetzt versucht ihr es erneut. Warum geht ihr diesen Weg über das Publikum?

Ganz ehrlich? Weil uns sowohl 2013 als auch in diesem Jahr keine andere Möglichkeit blieb und bleibt, soll die UV-Lesung wie gehabt stattfinden. Die möglichen Förderanträge haben wir gestellt – ein Teil davon ist abgelehnt worden = dicke Lücke im Finanzplan. Prinzipiell geht es uns wie vielen (allen?) im kulturellen Bereich: Die Einnahmen werden nie reichen, um alle Ausgaben zu bestreiten. Der Knackpunkt sind die AutorInnen- und ModeratorInnenhonorare – die lassen sich nicht »einspielen« durch die Eintrittseinnahmen, den Barbetrieb und den Büchertisch. Dafür benötigen wir Förderer, Sponsoren, Paten, Mäzene …

Die Institutionen, die für eine Förderung unserer Veranstaltung in Frage kommen, werden immer rarer – das Finanzierungsproblem spitzt sich für uns also von Jahr zu Jahr zu. Viel, gerade in der Projektförderung, wird als Anschubfinanzierung verstanden – spätestens nach drei Jahren muss das Projekt selber laufen und sich selber finanzieren, zumindest in der Vorstellung der fördernden Institutionen. Zudem wird auch gern gefragt, ob man im kommenden Jahr nicht etwas anders/neu machen, wachsen, expandieren will – man fördert nicht gern das immer Gleiche, sondern lieber das nächste große Event. Ich muss dann immer denken: Wir haben jedes Jahr 18 neue AutorInnen – reicht das nicht? Es ist ein bisschen so, als würde Beständigkeit bestraft.

Uns ist sehr wohl bewusst, dass die Finanzierung durch das Publikum weder das Gelbe vom Ei noch ein Pferd ist, das man zu Tode reiten kann. Das haben wir – im Gegensatz zu 2013, wo ich nach einem sehr späten Ablehnungsbescheid panisch einfach nur versucht habe, zu retten, was zu retten ist – dieses Mal auch deutlich artikuliert. Die/der SuperverlegerIn wird das letzte Crowdfunding-Projekt der UV-Lesung sein! Das Publikum hat unseres Erachtens nicht die Aufgabe, Veranstaltungen möglich zu machen, bei denen es dann noch Eintritt, sein Bier an der Bar und – im besten Fall – seine neuen Bücher am Büchertisch bezahlt. Das ist auch das falsche Signal in Richtung der Förderinstitutionen, die dann glauben, es ginge tatsächlich auch so, irgendwie, auf jeden Fall ohne sie und den staatlichen Kulturförderauftrag. Nein: Geht es nicht!

Mit unserer/m SuperverlegerIn wollen wir ein letztes Mal auf witzige und vielleicht auch ein wenig polemische Weise um Solidarität werben und gleichzeitig die immer mal wieder hochkochende Debatte um die Finanzierung dessen, was das Etikett »unabhängig« trägt, aufnehmen. Wer zahlt denn den Preis? Und zugegeben: Die/der SuperverlegerIn ist auch ein Lackmus-Test. Wem ist die UV-Lesung wie wichtig? Und gleichzeitig geht es um Aufmerksamkeit, denn so, wie wir die Entwicklung einschätzen, werden wir uns ab sofort verstärkt auf die Suche nach Sponsoren, Paten und Mäzenen machen müssen. Und wenn wir keine finden … an die Konsequenz mögen wir gar nicht denken!

»Bastel Deine/n SuperverlegerIn!«: Der Titel der aktuellen Kampagne kann beim flüchtigen Lesen als Kritik an den Verlegern missverstanden werden. Was hat es in Wirklichkeit damit auf sich?

Als Kritik – wirklich? Um Gottes willen, so ist es natürlich überhaupt nicht gemeint, geschweige denn gedacht! Wir – die erklärte Fans, ach was: die weltgrößten Fans der unabhängigen VerlegerInnen sind – haben uns vorgestellt, was wohl passiert, wenn man »Persönlichkeitsmerkmale« (also Haare, Brillen, Bärte) der tollen Einzel-VerlegerInnen nimmt und anfängt, damit zu basteln und sie miteinander zu mischen. 12 unabhängige VerlegerInnen aus ganz Deutschland, aus Wien und aus Zürich haben uns ihre Haare, Brillen, Bärte und Hemden zur Verfügung gestellt. Nach ein bisschen rumprobieren war uns klar: Am Ende dieser Bastelei kann nichts weniger stehen als die/der SuperverlegerIn!

Wie soll es auch anders sein, wenn man beispielsweise die Möglichkeit hat, die Haare von Voland & Quist-Verleger Leif Greinus mit der Brille von Vanessa Wieser vom Wiener Milena Verlag, dem Bart vom Zürcher Salis-Verleger André Gstettenhofer und der Bluse von Kristine Listau aus dem Verbrecher Verlag zu kombinieren?! Jede/r SuperverlegerIn ist ein Unikat. Aber auch hier guckt der ernste Hintergrund um die Ecke: Einer muss die Rechnung zahlen – dieses Jahr sind es symbolisch die VerlegerInnen, die ihr letztes Hemd für Ihre AutorInnen geben.

Ausdrücklich an die KollegInnen aus den Konzern- oder anderweitig »abhängigen« Verlagen richtet sich die/der SuperverlegerIn in der Deluxe-Version mit der weißen Weste – eine mögliche Form, Ablöse für die abgeworbenen AutorInnen aus unabhängigen Verlagen zu zahlen.

Die Autorin Pia Ziefle strickt eifrig rote Socken, die – neben fünf weiteren Artikeln – im Rahmen der Kampagne erworben werden können. Wer unterstützt außerdem euer Anliegen?

Die roten Socken – unsere kleine Reminiszenz an den legendären Klaus Wagenbach – werden von zwei strickwütigen Damen handgefertigt. Neben Pia Ziefle ist das meine Freundin Dana, die nach eigener Aussage damit eine ihrer Passionen (stricken) in den Dienst der anderen (tolle Bücher bei der UV-Lesung entdecken) stellt.

Robert Voss hat das neue UV-Logo, unsere mutige Springerin, entworfen, das die Bücherbeutel ziert.

Johannes Ackner vom unabhängigen Leipziger Buchfunk Verlag hat uns die neue Homepage aufgesetzt und meine unzähligen und hilflosen Fragen im Laufe des Neuaufbaus nicht nur freundlich und stoisch ertragen, sondern auch beantwortet.

Und immer noch bass erstaunt sind wir über die Unterstützung und Hilfe der Leipziger Agentur Zander an Lavendel, die sich unsere Bastelidee angehört und dann *schnipps* technisch umgesetzt hat. Einfach so! Weil die Frauen und Mannen um Hagen Steuer die UV-Lesung so toll und unsere Bastelidee so charmant finden.

Und all die Vielen im Hintergrund, die sich mit unserer Idee bequasseln lassen mussten, Tipps gaben, Vorschläge machten, Informationen lieferten – bei so einer Kampagne fällt einem selber erst mal auf, was man alles nicht weiß oder womit man sich noch nie beschäftigt hat. Danke Freundinnen und Freunde!

Sollte die Kampagne erfolgreich sein und die Lesung realisiert werden: Was erwartet den Leser am 13. März? 

Also, puh … was für eine Frage!? In meinem Horizont kommt die Möglichkeit, dass unser/e BastelverlegerIn NICHT erfolgreich sein könnte, gar nicht vor. Obwohl: Ein paar kleine und große Bücherbeutel müssen wir dafür schon noch an die Frau und an den Mann bringen. Aber: Der Westflügel ist für die 6. Auflage UV – die Lesung der unabhängigen Verlage reserviert, das Bier fast kaltgestellt und die Plätze an Einlass, Bar und Büchertisch besetzt. Das Programm steht! Sieben neue Verlage sind dabei: Lenos aus Basel, der Septime Verlag aus Wien, die parasitenpresse aus Köln, Klöpfer & Meyer aus Tübingen, die Frankfurter Verlagsanstalt und mit dem Liesmich Verlag aus Leipzig und Fuchs & Fuchs Berlin sogar zwei frische Neugründungen. Daneben gibt es AutorInnen und Autoren aus dem Verbrecher Verlag, Poetenladen, bilgerverlag, von mairisch, Voland & Quist und Salis – allesamt UV-Verlage der ersten Stunde – auf die Ohren.

Gelesen wird wie immer zeitgleich auf zwei Ebenen – dem Café und dem Saal des Westflügels – von 20.00 bis 24.00 Uhr. Insgesamt gibt es sechs Leseblöcke, die in diesem Jahr Titel wie »Nähe & Distanz«, »Kurzstrecke«, »Lyrik« und »Verloren« tragen. Drei AutorInnen sitzen zusammen in einem Leseblock, der jeweils eine Stunde dauert. Und wie immer sind unsere ModeratorInnen Sabine Franke, Bov Bjerg und Heimo Strempfl zum Einführen, Überleiten, Nachfragen, Zusammenhänge herstellen da.

Du merkst, um konkrete Namen drücke ich mich elegant – das komplette Programm veröffentlichen wir mit lautem Kawumm Mitte Februar.

Hier und jetzt hast du die Gelegenheit, einen Appell an die Leser zu richten:

Kauft SuperverlegerInnen. Tretet ein. Werdet Fördermitglied. Es geht nicht nur um UV – die Lesung der unabhängigen Verlage 2015. Es geht darum, herauszufinden, was uns, Euch und der Welt da draußen die Unabhängigkeit wert ist. Zu welchem Preis sie zu haben ist. Und wer den künftig zahlen soll oder muss.

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Ich wünsche mir weiterhin so schön verrückte Menschen, die unabhängige Verlage gründen und führen, inhabergeführte Buchhandlungen eröffnen und führen. Denen, die das schon machen – einige ja seit Jahrzehnten –, sei ein langes und glückliches Leben beschert. Uns allen wünsche ich mehr Geld. Und mir, mir wünsche ich, dass ich 2050 während der 41. UV-Lesung mit allen Vereinsmitgliedern und gestützt auf meinen Rollator an der herrlichen Bar des Westflügels einen Eierlikör schlürfe – gern auch als Alterspräsidentin!

Was für schöne Wünsche – mögen sie in Erfüllung gehen! Herzlichen Dank für das anregende Gespräch, liebe Irina, und alles Gute.

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4 Antworten auf “Im Gespräch mit Irina Kramp, Initiatorin der UV-Lesung in Leipzig”

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