We talk Indie: Im Gespräch mit dem homunculus Verlag

alle_02© homunculus Verlag

In unserem Oster-Special haben wir in Kurzform fünf Indie-Verlage vorgestellt, die sich zu entdecken lohnen. Nun wollen wir sie in unserer Reihe We talk Indie auch selbst zu Wort kommen lassen. Den Anfang macht heute der homunculus Verlag aus Erlangen.

Wie ist es zur Gründung des homunculus verlag gekommen?

Durch das Studium, aus einer Bierlaune heraus oder schlicht wegen der Liebe zu Literatur und kreativer Freiheit. Oder durch alles zusammen.

Welche Schwerpunkte setzt der Verlag? Was zeichnet ihn aus?

Unser Verlagsmotto ist »Literatur für alle Zeit!«, denn wir sind der Meinung, dass Literatur unbedingt zeitlos ist. Ob Charles Dickens illustrierte Weihnachtsgeschichte in nostalgischem Design oder ein brandneuer Debütroman voller Abenteuer und verrückter Ideen (Ymir oder: Aus der Hirnschale der Himmel) – wir wagen den Spagat zwischen Alt und Neu, Klassischem und Experimentellem. Gleichzeitig sind wir interessiert an Literatur in ihren verschiedenen medialen Spielarten. Bei uns erscheint sie nicht nur als gedrucktes und digitales Buch, sondern auch mal als Trumpfkartenspiel oder Tischdecke für Biergarnituren. Viel Wert legen wir dabei stets auf ein Design mit Wiedererkennungswert; die Vorliebe für Illustrationen zieht sich durch unser gesamtes Programm.

Welchen Herausforderungen mussten Sie sich anfangs stellen? Sind es dieselben wie heute?

Unsere größte Herausforderung von Anfang an bis heute und – so ist zu befürchten – auch noch morgen ist es, Ordnung auf dem Schreibtisch zu halten.

Was schätzen Sie an der unabhängigen Kleinverlagswelt?

Zunächst einmal die Kollegialität: Wir waren dieses Jahr Erstaussteller auf der Leipziger Buchmesse, hatten unseren Stand in Halle 5, direkt bei der Leseinsel Junge Verlage, und waren dort umgeben von vielen netten Kollegen, die uns mit Tipps und Tricks (und Alkohol zum Anstoßen) sofort zur Seite standen. Statt sich als Konkurrenten zu sehen, ziehen hier alle am selben Strang.

Ein weiterer entscheidender Punkt, weswegen wir die unabhängige Kleinverlagswelt lieben, ist deren enorme Kreativität – die sie auf der Leipziger Buchmesse 2016 aufs Neue bewiesen hat: Die Unabhängigen präsentieren so viele wunderschön gestaltete Bücher, so viele verschiedene spannende Themen und Formen von Literatur jenseits des Mainstreams – das macht als Leser Freude und inspiriert als Verleger.

Welche Entwicklungen auf dem Buchmarkt / im Literaturbetrieb beschäftigen Sie zurzeit besonders stark?

Als Bibliophile, deren Liebe zum Buch auch nicht vor dessen digitaler Variante Halt macht, konstatieren wir oft (und nicht ohne gewissen Unmut) die mangelnde Gestaltung vieler eBooks. Während man hierzulande von gedruckten Büchern besonders hohe Qualität gewöhnt ist, was Satz, Druck und Bindung angeht, lässt die handwerkliche Qualität der eBooks stark zu wünschen übrig. Auf der Leipziger Buchmesse haben wir daher unsere ersten HQ-eBooks präsentiert und wurden dort in unserem Streben, den Lesekomfort beim digitalen Buch zu steigern, bestärkt: »So müssen, denn so können eBooks aussehen!«

Möchten Sie ein ganz persönliches Lieblingsbuch empfehlen? Gern aus einem unabhängigen Verlag.

Der Bildband Katakombenheilige aus dem Grubbe Verlag dokumentiert mit grandiosen Aufnahmen und spannenden Texten die makabre Kombination aus Totenkult und Prunk. Entdeckt haben wir das Buch bei der Indie-Messe Andere Bücher braucht das Land im Münchner Literaturhaus am Stand der Buchhandlung Kunst- und Textwerk (die ohnehin eine wahre Fundgrube ist).

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