We talk Indie: Im Gespräch mit dem Kindermann Verlag

Es wird mal wieder Zeit für einen Kinderbuchverlag. Und so haben mit dem Kindermann Verlag aus Berlin gesprochen. Diesen hatten wir bereits Anfang des Jahres in einem Special auf we read indie kurz vorgestellt. Verlegerin und Autorin Barbara Kindermann erzählt von den Anfängen und ihrer Liebe zu den Klassikern.

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v.r.n.l.: Anna Kindermann, Barbara Kindermann und Julia Hoffmann

Wie ist es zur Gründung des Verlages gekommen?

Durch eine Idee. Mein Wunsch war es, Kinder schon in einem Alter mit Weltliteratur in Berührung zu bringen, in dem sie noch darauf gespannt sind und Freude daran haben, und noch nicht durch die schulische Pflichtlektüre vielleicht für immer für die Klassiker verloren sind. Die Geschichten sollen primär fesseln und spannend sein, sekundär den Kindern etwas näherbringen, das ihnen auch im späteren Leben wieder begegnen und von Interesse sein wird. Lange vor PISA und Klassikerboom hatte ich diese Idee, große Klassiker in leicht verständlicher Prosa für Kinder nachzuerzählen, das führte zur Verlagsgründung. Weiterlesen „We talk Indie: Im Gespräch mit dem Kindermann Verlag“

10 Jahre kunstanst!fter verlag

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Poster zum 10-jährigen Jubiläuim

Erst vor einiger Zeit stellte sich der kunstanst!fter verlag in unserer Reihe We talk Indie vor. Die Mannheimer feiern dieses Jahr ihr erstes großes Jubiläum! Anlass genug sich mal im Netz bzw. viel mehr unter den Bloggerkollegen umzuschauen, was der Verlag so alles auf den Buchmarkt zaubert. Denn die Bandbreite ist groß:  Kurzgeschichtensammlungen, Erzählungen, Märchen, neue zeitgenössische Texte ebenso wie klassische Werke, Back- und Kochbücher, Reiseführer und Kinderbücher.

Verleger Niklas Thierfelder verrät: „Unser Herz schlägt für schräge, witzige, absurde, skurrile, außergewöhnliche, provokante, aber intelligente und handwerklich sowie formal gut angefertigte Zeichnungen. Wir schätzen Illustrator/-innen und Buchgestalter/-innen, die in ihrer Arbeit Grenzen überschreiten; oft junge, unbekannte Talente mit genialen Ideen.“ Natürlich sind auch die We read Indie-Autoren völlig hin und weg vom Verlagsprogramm und haben ihre Lieblinge für Euch zusammengestellt:

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Im Gespräch mit einem Geburtstagskind – kunstanst!fter verlag feiert 10jähriges

Der unabhängige, in Mannheim ansässige kunstanst!fter verlag feiert dieses Jahr seinen 10. Geburtstag. Anlass genug, um den beiden Verlegern Susanne und Niklas Thierfelder ein paar Fragen rund um das Gemeinschaftsprojekt zu stellen.

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Verleger Susanne und Niklas Thierfelder ©privat

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Günther Blutke: LEIPZIG Fotografien 1956-1959

Schwarz-Weiß Fotobände ziehen mich magisch an. Vor allem, wenn Leipzig darin die Günther Blutke_LeipzigHauptrolle spielt. Im Mitteldeutschen Verlag aus Halle erschien vor einiger Zeit ein wie oben beschriebener Bildband mit Fotografien aus den späten 50er Jahren. Der Fotograf Günter Blutke war zu dieser Zeit Student an der Leipziger Universität und versammelt seine Eindrücke in diesem schmalen Band.

Sein Spektrum an Fotomotiven ist mannigfaltig: von 1. Mai-Aufmärschen über Studenten aus aller Welt bis hin zu typischen Leipziger Gebäuden. Aus dem Innenstadtbereich wird die Hainstraße und der Marktplatz . Alltagszenen mit Kindern, arbeitenden Menschen auf Baustellen wechseln mit Portraitaufnahmen. Leipzig im Winter: mit Schlittschuhfahrenden Kinder, im Clara-Zetkin-Park oder Rodeln am ehemaligen Dimitroffplatz. Da Blutke zu der Zeit selbst an der Universität Leipzig eingeschrieben war, gibt es sehr viele Fotos von (ausländischen) Kommolitonen und auch vom berühmten Rektor Georg Mayer.

Bilder der Leipziger Messe sind ebenso zu finden wie von Kohlekumpels in Espenhain und Ruderbooten auf dem Elsterbecken. Des Weiteren das Zentralstadion, einst mit 100.000 Plätzen das größte in Deutschland, der Leipziger Zoo, der Kopfbahnhof und das Parkcafe im Clara-Zetkin-Park. Obwohl ich erst Jahrzehnte später geboren wurde, erinnert mich vieles auf den Bildern an meine eigene Kindheit, vieles ist mir wohl bekannt.

Und wieder ist es die unnachahmliche Wirkung und Atmosphäre der Schwarz-Weiß Bilder, die beim Betrachter eine wehmütige Stimmung auslösen. Auch ich, als Leipzigerin, spüre wie mich jede einzelne Aufnahme emotional erreicht. Die Nachkriegszeit, gerade mal zehn Jahre ist der 2. Weltkrieg Geschichte, ist auf vielen Bildern gegenwärtig und Leipzig kann sich, im Gegensatz zu Dresden, glücklich schätzen dass viele historische Gebäude erhalten geblieben sind.

Blutke, Günter: Leipzig. Fotografien 1956-1959. Bildband. Mitteldeutscher Verlag; 80 Seiten; 7,95 Euro

Héctor Abad mit „La Oculta“ auf Lesereise

Der kolumbianische Schriftsteller Héctor Abad befindet sich momentan auf Lesereise, um sein neues Buch „La Oculta“ vorzustellen. Zwischenstation machte er auch in Frankfurt im Hause des Buches. Das Gespräch führte die Lektorin des Autors Corinna Santa Cruz und den deutschen Text las der Schauspieler Jochen Nix. Im Rahmen des Frankfurter Literaturfestivals literaTurm konnte litprom, die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V. damit eine ganz besondere Lesung zum Programm beisteuern.

Einführende Worte fand Litprom Geschäftsleiterin Anita Djafari, die dieses Jahr zur Bücherfrau des Jahres gekürt wurde. Sie verwies auf den aktuellen Weltempfänger, die Bestenliste von litprom, auf die der Roman dieses Quartal landete. Gleichzeitig gestand sie aber, dass sie ein anderes Buch des Autors bevorzuge: Abads „Kulinarisches Traktat für traurige Frauen„.

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v.l.n.r.: Jochen Nix, Héctor Abad und Corinna Santa Cruz | (c) Andreas Pleines, Frankfurt

Héctor Abad lebt momentan in den Niederlanden und arbeitet als Writer in Residence am niederländischen Institute for Advanced Study (NIAS). Er kann mittlerweile auf ein recht bewegtes Leben, das auch von Flucht und Gewalt geprägt ist, zurückblicken. Er wurde 1958 in Medellín geboren und verließ 1982 wegen eines papstkritischen Artikels als Student das erste Mal sein Land. Fünf Jahre später kehrt er zurück um noch im selben Jahr nach Europa zu flüchten, da sein Vater, Héctor Abad Gómez, ein bekannter Arzt und Universitätsprofessor ermordet wurde. Fünf Jahre lebte er im italienischen Exil und arbeitete als Dozent an der Universität in Verona. Seit seiner Rückkehr 1992 schreibt er Romane und ist auch als Kolumnist und Journalist tätig.

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Mahi Binebine: Die Engel von Sidi Moumen

„Das Schreiben bereitete mir grosse Mühe. Ich gelangte an einen Punkt, an dem ich beinahe das nicht zu Rechtfertigende gerechtfertigt hätte.“

Am 16. Mai 2003 explodierten in Casablanca die Paradiesgürtel von vierzehnmahibinebine-dieengelvonsidimoumen marokkanischen Jugendlichen. Das Land stand unter Schock denn „wir dachten, wir seien gegen den Terrorismus gefeit, aber mitnichten! Die Explosion fand bei uns statt, und die Täter sind von hier“ erinnerte sich der Schriftsteller Mahi Binebine 2011 in einem Interview. Die Selbstmordattentäter stammten alle aus einem Elendsviertel am Rande der Stadt: Sidi Moumen –  der Inbegriff für Armut und ein Leben am Existenzminimum.

„Ein Spaziergänger könnte an unserem Quartier entlanggehen, ohne seiner Existenz gewahr zu werden. Eine hohe Stampflehnmauer trennt es vom Boulevard, wo der ununterbrochene Verkehrsfluss einen Höllenlärm macht. In dieser Mauer gab es schmale Öffnungen, Schiessscharten gleich, durch die man die andere Welt beobachten konnte.“

Binebine sprach während seiner Recherchen zu seinem Roman „Die Engel von Sidi Moumen“ mit Angehörigen und Freunden der Selbstmordattentäter, sondierte alles, was über die Anschläge veröffentlicht wurde und besuchte mehrmals Sidi Moumen. Dabei entstand ein Roman, der nicht nur eine relativ unbekannte Seite Marokkos zeigt (die auch dem Autor selbst nicht bekannt war), sondern auch beim Leser ein Gefühl von Wut, Sprachlosigkeit und Entsetzen hinterlässt.

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Karim El-Gawhary, Mathilde Schwabeneder: Auf der Flucht

Für viele ist die Fluchtthematik erst seit wenigen Monaten präsent in ihrem Leben. FürKarim El-Gawhery, Mathilde Schwabeneder_Auf der Flucht Karim El-Gawhary, seit 1991 Nahost-Korrespondent, und Journalistin Mathilde Schwabeneder bestimmt sie seit Jahren den Alltag ihrer Berichterstattung. Sie beschäftigen sich aufgrund ihrer Arbeit mit den Fluchtursachen und den dramatischen Konsequenzen.

Im Verlag Kremayr und Scheriau veröffentlichten die beiden Journalisten Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeers, die eindringlich das Elend der Flüchtlinge beschreiben und das schier Unfassbare versuchen in Worte zu fassen. Bereits auf Seite zwei frage ich mich ernsthaft, ob ich es überhaupt schaffe das Buch komplett zu lesen; zu bewegend sind die Geschichten, die Karim El-Gawhary erzählt. Bei einer Veranstaltung auf der Leipziger Buchmesse machte er ebenso wie im Buch deutlich,

dass man kurz innehalten sollte, um sich Gedanken über die Gnade des eigenen Geburtsortes zu machen und sich zu vergegenwärtigen, dass es reiner Zufall ist, dass der Leser oder die Leserin wahrscheinlich im friedlich, relativ wohlhabenden Europa geboren wurde. Man hätte genauso gut in Aleppo, Damaskus, Homs oder Mossul das Licht der Welt erblicken können.

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Carlos Gamerro: Das offene Geheimnis

Der einfache Tatbestand „Ein Mann wurde ermordet.“ lässt viele verschiedene Versionen Carlos Gamerro_das offene geheimnisdes Tatherganges zu. Noch dazu wenn der Mord in der argentinischen Provinz der 70er Jahre begangen wurde. Jeder der Dorfbewohner hat Jahrzehnte später seine ganz eigene Geschichte zu erzählen und Gamerro gelingt es auf einzigartige Weise die Stimmung einer Gemeinschaft einzufangen, die vom allgegenwärtigen Klatsch und Tratsch, mit all seiner Niedertracht und Bosheit geprägt ist.

Fefe verbringt als Kind jedes Jahr mehrere Monate bei seinen Großeltern in dem Dorf seiner Mutter. Nach fast 20 Jahren kommt er zurück, um alte Freunde wieder zusehen und um herauszufinden warum Darío Ezcurra ermordet wurde. Die Atmosphäre in einem Dorf ist schon ganz speziell, so auch im argentinischen Mahiguel, unweit von Rosario gelegen. Hier kennt jeder jeden, jeder hat Recht, weiß es besser und Feindseligkeiten zwischen den Familien werden vererbt. Fefe erfährt bei seiner Recherche mehr als ihm lieb ist und er muss erkennen, dass es eine Vielzahl von Wahrheiten gibt.

Darío Ezcurra war ein Maulheld, Revolutionär, Fraueneroberer aber vor allen vielen aufgrund seines Auftretens und Gebarens ein Dorn im Auge. Mit Rosas Paz, seinem Widersacher aus dem Nachbardorf, lag er seit Jahren im Streit. Der damalige Polizeichef Neri musste das aufgrund eines Befehls von „oben“ ändern. Um sich nicht allein verantworten zu müssen, besuchte er nahezu jeden Mitbürger, um sich ein Einverständnis für die Liquidation Ezcurras geben zu lassen. Fefe geht 20 Jahre den gleichen Weg und Erschreckendes kommt bei den Gesprächen zum Vorschein:

Wie viele Tode gab es damals in Argentinien? Dreißigtausend, sagen Sie? Da übertreiben Sie aber ein wenig. Das waren doch maximal … sagen wir mal zehntausend. Passt mathematisch gesehen auch besser in meine Argumentation. Wenn ich mich nämlich nicht täusche, hatten wir zu dieser Zeit fünfundzwanzig Millionen Einwohner. Erinnern Sie sich noch? Wenn wir das dann ins Verhältnis setzen, heißt das ein Opfer pro zweitausendfünfhundert Einwohner. Sie dürfen mich ruhig unterbrechen, wenn ich etwas Falsches sage. Hier in Malihuel gab es genau einen Toten, und wir hatten damals dreitausend Einwohner. Das heißt, wir lagen sogar noch unter dem Durchschnitt. […] Damit möchte ich nicht alles rechtfertigen, was damals vorgefallen ist, sondern lediglich betonen, dass das, was in Malihuel passiert ist, damals in ganz Argentinien passierte. Deshalb sage ich auch, wenn wir jetzt anfangen, Malihuel zu verurteilen dann müssen wir die ganze Nation verurteilen.

„Das offene Geheimnis“ ist demzufolge nicht nur ein spannendes Buch mit einem überraschenden Ende, sondern zugleich auch Anklage gegen die argentinische Militärdiktatur der 70er Jahre. Gamerro analysiert genau die Strukturen von Schuld und Schuldzuweisungen und zeigt auf, wie Mitverantwortliche zwei Jahrzehnte später sich jeglichem Pflichtgefühl entziehen und sich als Opportunisten offenbaren.

Carlos Gamerro: Das offene Geheimnis. Original: El secreto y las voces. Aus dem argentinischen Spanisch von Tobias Wildner. Septime Verlag, Wien 2013. 344 Seiten. 21,90 EUR
 

Leonardo Padura: Die Palme und der Stern

Wann, o Gott, würde der Roman meines Lebens enden, damit seine Realität beginnen könnte.

Leonardo Padura

Leonardo Padura feierte letzten Oktober seinen 60. Geburtstag. Sein deutschsprachiger Verlag feierte gleich mit:  Der Unionsverlag in Zürich besteht nun schon seit mehr als vier Jahrzehnten. Im Jubiläumsjahr erschien auf Deutsch sein Roman „Die Palme und der Stern“.

Paduras Roman ist aktueller denn je und wird wohl die nächsten Jahrzehnte nicht an AktualitätLeonardo Padura_Die Palme und der Stern verlieren. Befasst er sich doch mit dem Thema des Exils, den damit verbundenen Enttäuschungen, der Entwurzelung und dem aufgezwungenen Leben fern von der Heimat. An zwei Biografien, die er parallel im Roman entwickelt, zeigt er auf, wie das Leben außerhalb der Heimat zu einer Farce werden kann. Wie Hoffnung und Glaube verschwinden und sich Resignation und Wut breit machen können.

Der kubanische Schriftsteller Fernando Terry kehrt aus dem spanischen Exil für eine kurze Zeit in seine Heimat Kuba zurück. Vor über 18 Jahren verließ er diese, weil er durch Denunzierung seine Arbeit an der Universität verloren hatte und gesellschaftlich vor dem Aus stand. Als Dozent für Literatur war seine große Leidenschaft der kubanische Dichter José María Heredia y Heredia. Verloren geglaubte Dokumente aus der Hand Heredias, die scheinbar in greifbare Nähe gekommen sind, lassen ihn alle Zweifel vergessen und er macht sich auf den Weg, um Heimat und ehemalige Freunde aus dem literarischen Club der Spöttischen wiederzusehen. Aber Fernando interessiert sich nicht nur für die verschwundenen Manuskripte Heredias, sondern vor allem will er endlich wissen, wer ihn damals beim Staatsschutz verraten hat. Während seines Aufenthaltes nimmt er sich jeden seiner damaligen Freunde vor und muss nach vielen quälenden und verletzenden Gesprächen feststellen:

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Claudia Piñeiro: Ein Kommunist in Unterhosen

Der Vater: ein Kommunist in Unterhosen, ein starker Raucher, der zwei Päckchen am Tag verbraucht, der claudia-pineiro_Kommunist in Unterhosenauch trotz reiferen Alters einen Waschbrettbauch hat und der der beste Tennisspieler in ganz Burzaco, Argentinien, ist. Claudia Piñeiro berichtet in ihrem autobiografischen Roman „Ein Kommunist in Unterhosen“ von einem Vater, der bei Küssen im Fernsehen, diesen sofort ausschaltet, der als gebürtiger Spanier sich nicht in die argentinische Politik einmischen will aber wohl trotzdem einen klaren politischen Standpunkt hat.

Konnte ein dermaßen ausgeprägter Individualist wie mein Vater Kommunist sein? Politisch aktiv war er nicht und Parteimitglied auch nicht. Er traf sich noch nicht einmal regelmäßig mit Gleichgesinnten. Als ich meine Mutter einmal fragte, ob er wirklich Kommunist sein, antwortete sie: „Lass ihn ruhig in dem Glauben …“ Und er hielt sich tatsächlich für einen Kommunisten, aber nicht nur das, er ließ es uns auch, sooft er konnte, wissen. Er war also erklärter, begeisterter Kommunist, nur eben in keiner Weise politisch aktiv – ein denkbar absurdes Verhalten: Indem er offen zugab, dass er Kommunist war, nahm er alle damit verbundenen Risiken in Kauf, ohne auch nur eine Heldentat vollbracht zu haben, die die Gefahr gerechtfertigt hätte, in der er sich begab. Er hatte noch nicht einmal ein Che-Guevara-Poster an der Wand hängen. Ein Kommunist in Unterhosen.

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