Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz

Farne lieben es schattig und feucht. In so einem immergrünen Dickicht entfaltet nun die junge österreichische Autorin Mareike Fallwickl (= unser Bücherwurm Mariki von „We read Indie“) ihren entwaffenden Debütroman Dunkelgrün fast schwarz. Ein Haus ist in diesem Hort von Geschichte und Geschichten und es steht erhaben auf einem Berg, das Dorf liegt darunter, Salzburg ist in der Ferne erkennbar, aber nur bei guter Sicht. Um ein neues Zuhause zu beleben, muss es mit Empfindungen angefüllt werden. Weiterlesen „Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz“

Advertisements

Verlagsporträt: Herzlichen Glückwunsch, lectorbooks!

Vor ziemlich genau einem Jahr, im Frühjahr 2017, tönte es aus der Schweiz: „Nochmals jung, wild und frei sein: Nach zehn Jahren Salis präsentieren wir mit lectorbooks eine frische, zusätzliche Spielwiese für Literatur (…)
lectorbooks soll der freie Raum sein, in dem klassisch erzählende und experimentelle Literatur miteinander lachend Fangen spielen, in dem bewährte Verlagsarbeit und komplett neue Formen der Vermittlung händchenhaltend Trampolin springen.“
Die Rufer sind die beiden Verlagsmacher André Gstettenhofer und Patrick Schär, Co-Verleger des Züricher Salis Verlags. Ein Geschwisterding? Salis und lectorbooks haben „sehr viel und sehr wenig“ miteinander zu tun, es besteht wirtschaftliche Trennung, keiner löst den anderen ab, eine Übernahme von Salis-Autoren geschieht in „freundlicher Absprache“. So diffundierten etwa mit dem ersten Frühjahrsprogramm 2017 Anna Stern und Heinz Emmenegger bereits von diesem zu jenem.
Weiterlesen „Verlagsporträt: Herzlichen Glückwunsch, lectorbooks!“

Arno Camenisch: Der letzte Schnee

Alles ist immer möglich. Auch dass im Winter der Schnee nicht kommt. Derzeit zeigt sich zwar in Österreich ein recht anderes, weißes Bild, aber dort wird ja auch „Ende Jahr einfach der Schnee wie ein Teppich“ eingerollt und „im Bunker“ verstaut und im nächsten Winter wieder hervorgeholt. Hilft nichts. In einem Winkel des Kantons Graubünden ist die Sache drängend und an ihr hängt die Existenz eines Schleppliftes, ein echter Oldtimer, und zweier heldenhafter Skiliftkauze. Weiterlesen „Arno Camenisch: Der letzte Schnee“

Verlagsporträt: starfruit publications

Seine Bücher fielen wie die Äpfel vom Baum. Dass es ganz ausgesuchte Exemplare von besonderer Güte und überschaubarer Menge sind, versteht sich für Manfred Rothenberger, den Verleger von starfruit publications, von selbst.
In dem 2009 gegründeten Verlag (gemeinsam mit Kathrin Mayer) aus Fürth leistet man es sich mit großzügiger Geste, „anspruchsvolle Inhalte und gute Kunst in ein gutes Kleid zu stecken“, das nebenbei auch erschwinglich ist. Die finanzielle Unabhängigkeit sorge hierbei für geistige Unabhängigkeit, so der Verleger, brotberuflich Direktor des Instituts für moderne Kunst Nürnberg, das ebenfalls als Herausgeber fungiert. So muss auch keine Rücksicht auf den schnelldrehenden saisonalen Buchmarkt oder sonstige „kommerzielle Regungen“ genommen werden. Bewusst hängt der Verlag dem Prinzip der Entschleunigung und der Reduktion an: zwei, drei Bücher pro Jahr, mehr nicht. Weiterlesen „Verlagsporträt: starfruit publications“

Empfehlung für den Winterschlaf

Das Jahr hat gerade begonnen, und wir begrüßen es mit der passenden Lektüre für kalte Winterabende oder gar den Winterschlaf. Den Buchdeckel zieren grazile Buchstaben beim tänzelnden Hochseilakt: Bastian Schneider beglückt uns mit Vom Winterschlaf der Zugvögel, dem Hauch eines Buches, erschienen im Sonderzahl Verlag in Wien, dem Verlag, der sich seit mehr als dreißig Jahren schwerpunktmäßig um die „literarische Zwischenform“ des Essays bemüht und in der Literatur die Erweiterung der „Sprachspielräume“ pflegt. Schneiders Werk mit seinen sechsundfünfzig poetischen Minitexten verteilt auf neunzig Seiten ist dort richtig platziert. Weiterlesen „Empfehlung für den Winterschlaf“

Theodora Bauer: Chikago

Mehr als drei Jahre ist es her, dass Theodora Bauer auf dem Hotlistblog ihren ersten Auftritt hatte: mit ihrem Romandebüt Das Fell der Tante Meri. Es sorgte bei Publikum und in den Medien für Staunen und Begeisterung, weil ganz arg junge Debütantin, gewichtiges zeitgeschichtliches Thema, kühne und gewitzte Umsetzung. Dann war Stille und Schreibzeit. Jetzt meldet sich die österreichische Autorin mit ihrem zweiten Roman zurück und betritt auch mit Chikago historisches Terrain. Beide Romane sind im unabhängigen Wiener Picus Verlag  erschienen. Bauer verlässt in ihrer Geschichte mit wehenden Fahnen das dörfliche Burgenland zu Beginn der Zwanzigerjahre, also kurz nach seiner Landnahme, und setzt über „ins“ Amerika, wo es damals alle Glückssuchenden und Hoffnungsvollen hintrieb. Und blättert damit ein Kapitel globaler Migrationsgeschichte auf. „Der Feri hat seine Tante einmal gefragt, ob es eine Zeit gegeben hat, in der niemand ausgewandert ist?“ Weiterlesen „Theodora Bauer: Chikago“

Hotlist-Gewinner 2017: Assoziation A

Hotlist

Seit 13. Oktober stehen die jubelnden Gewinner der Hotlist 2017 der unabhängigen Verlage fest. Der mit 5000 Euro dotierte Preis der Hotlist 2017 geht an den Verlag Matthes & Seitz Berlin für Brigitta Falkners wunderbaren Parasiten-Wimmelband Strategien der Wirtsfindung. Der Melusine-Huss-Preis geht nach dem Votum der teilnehmenden Buchhändlerinnen und Buchhändler an den Verlag Assoziation A für Lutz Taufers Autobiografie Über Grenzen – Vom Untergrund in die Favela. Dotiert ist der Preis mit einem Druckgutschein der Druckerei Theiss im Wert von 4000 Euro. Weiterlesen „Hotlist-Gewinner 2017: Assoziation A“