Hinter den Kulissen von weissbooks.w

Über den Hinterhof, um die Ecke, in den Lift, dann die Treppe, Gang hier, Gang da – der weissbooks.w Verlag liegt gut versteckt im sechsten Stock des Atelierfrankfurt im Industriegebiet rund um die Hanauer Landstraße. Sich in diesem Labyrinth zu verlaufen macht aber auch Spaß, immerhin teilt sich der Verlag ein Gebäude mit zahlreichen Künstlern. „Früher war weissbooks.w in einem alten Hotel im Bahnhofsviertel und hatte dort drei miteinander verbundene Zimmer“, erzählt Verlegerin Anya Schutzbach. „Das war doch recht kuschelig.“ Zum Glück sind die neuen Räumlichkeiten weniger kuschelig: Schutzbach, ihr Assistent Robin Schmerer und Praktikantin Nora Kayser stellen, organisiert von den Jungen Verlagsmenschen, vor knapp fünfzehn Interessierten den Verlag vor und alle finden Platz in dem weitläufigen Atelier. Weiterlesen „Hinter den Kulissen von weissbooks.w“

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Javier de Isusi – Ich habe Wale gesehen

Noch ist die ETA nicht gänzlich von der Bildfläche verschwunden, doch die Angst vor ihr ist in den letzten zehn Jahren gewichen. Im Baskenland beginnt die Auseinandersetzung mit der unmittelbaren Vergangenheit – noch nicht politisch, aber zumindest künstlerisch. Auch der Baske Javier de Isusi nimmt sich in seiner Graphic Novel „Ich habe Wale gesehen“ dem Thema an. Weiterlesen „Javier de Isusi – Ich habe Wale gesehen“

Antonio Ortuño – Madrid, Mexiko

Ein Jahrhundert voller Gewalt: Während des Spanischen Bürgerkriegs fliehen die Almansas von Madrid nach Mexiko. Doch auch dort erwartet sie nicht weniger Brutalität. Unaufgeregt erzählt Antonio Ortuño in „Madrid, Mexiko“ von Migration, Flucht, Mord und Rache. Und ihm gelingt das Kunststück, das Leben dreier Generationen auf nur 200 Seiten abzubilden.

Am Ende steht die ernüchternde Erkenntnis: „Seit Kain hätten die Menschen nur geschafft, sich in einem zu gleichen: Sie seien alle Verbrecher.“ Und so ist nicht weiter überraschend, dass gleich auf den ersten Seiten zwei Menschen erschossen werden. Überhaupt zieht sich die Gewalt wie ein roter Faden durch „Madrid, Mexiko“. Dass der Roman dabei erstaunlich wenig brutal wirkt, liegt an der gelassenen Sprache Antonio Ortuños, bei dem Mord, Vergewaltigung und Rache nicht spektakulär wirken als ein paar Tacos am Straßenstand essen. Die Gewalt ist Teil des mexikanischen Alltags, woran der Autor immer wieder erinnert: „…ihn aufzuspüren, ihm die Haut vom Gesicht zu reißen und zu verschlingen. (In Mexiko war so etwas nicht metaphorisch gemeint…)“ Und gerade weil sie alltäglich ist, ist es möglich, sie so nüchtern zu betrachten. Weiterlesen „Antonio Ortuño – Madrid, Mexiko“