Willkommen in Amerika: Linda Boström Knausgård

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Linda Boström Knausgård läßt ihre 11-jährige Icherzählerin Ellen eine komplexe Familienaufstellung durchspielen. Der kurze, intensive Monologroman entwickelt sich zu einem unsentimentalen Psychogramm, das die dunklen und hellen Momente eines jungen Lebens spiegelt. Weiterlesen „Willkommen in Amerika: Linda Boström Knausgård“

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Enrique Vila-Matas: Kassel. eine Fiktion

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Ein Lob auf die Unvernunft der Kunst

Alle fünf Jahre pilgern Künstler und Kunstbetrachter zur documenta nach Kassel. 100 Tage lang lockt sie ein temporäres Museum der künstlerischen Avantgarde in die hessische Provinz. Just vor der documenta 14 liefert Der Anderen Bibliothek einen Roman, der sich mit der vorangegangenen Ausgabe beschäftigt. Die documenta (13) galt vielen sachkundigen Beobachtern als bislang extremster Versuch, die Kunst all ihrer bisherigen Kontexte und Abhängigkeiten zu entledigen. Der spanische Schriftsteller Enrique Vila-Matas geht dem in seinem Roman Kassel: eine Fiktion nach. Weiterlesen „Enrique Vila-Matas: Kassel. eine Fiktion“

Julia Wolf: Walter Nowak bleibt liegen

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Walter Nowak liegt in seinem Badezimmer. Er blutet, ist bei Bewußtsein, kann sich aber nicht bewegen. Nur die Augen wandern an der Badezimmerdecke umher. Walter Nowak läßt sein Leben Revue passieren. Das Leben eines Mannes im »besten Alter«. Mit Walter Nowak bleibt liegen liefert Julia Wolf eine sehr präzise und komisch-anrührende Männerstudie. Eine, die so schonungslos vielleicht nur eine Frau schreiben kann. Weiterlesen „Julia Wolf: Walter Nowak bleibt liegen“

Joachim Kalka: Der Mond

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Wenn Sie auf dem Mond leben müssten, was würden Sie am meisten vermissen? – Mondschein!!

So hat Arno Schmidt einmal auf eine Zeitungsumfrage geantwortet. Eine für den Bargfelder Haidedichter nur zu typisch-konsequente Replik, spickte er doch seine Romane und Erzählungen mit allerfeinsten und ausgefallenen Mondmetaphern. Auf der anderen Seite kreidete er seinen schreibenden Kollegen gerne falsche Mondauf- und –untergänge, sowie falsche Mondphasen an. Und er fand viele astronomische Fehler bei den großen, alten Dichtern. Dass immer, wenn Liebende sich still vergnügen, der Vollmond sanft über die Wipfel linst, ob’s passt oder nicht, war (und ist) den Schriftstellern egal. Schmidt nicht. Er selbst ließ einen seiner Roman gar zur Hälfte auf dem Mond spielen, wenn auch nur in der Phantasie: Kaff auch Mare Crisium.  Weiterlesen „Joachim Kalka: Der Mond“

Peter Verhelst: Eine handvoll Sekunden

Verhelst - Eine handvoll Sekunden

Eine extreme Grenzerfahrung hat den belgischen Schriftsteller Peter Verhelst dazu geführt, die Arbeit an Eine handvoll Sekunden aufzunehmen. Ausgangspunkt ist ein schwerer Verkehrsunfall, in den Verhelst im April 2013 mit seinem Wagen verwickelt wird. Als er auf der Autobahn einen Lastwagen überholt, löst sich bei diesem ein Reifen, Verhelsts Auto wird getroffen und überschlägt sich mehrere Male, doch der Schriftsteller bleibt beinahe unverletzt. Im Krankenhaus und später bei der Rekonvaleszenz zuhause beschäftigt den Schriftsteller dieser Moment höchster Gewalt in vielfacher Hinsicht.

Weiterlesen „Peter Verhelst: Eine handvoll Sekunden“

Indiebooks – 10 Lieblinge von Jochen

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Unterstützen Sie uns, unterstützen Sie die Autorinnen und Autoren, indem Sie Bücher von unabhängigen Verlagen kaufen – und lesen.

So schließt eine Erklärung der Kurt Wolff Stiftung zum BGH-Urteil in Sachen VG-Wort. Worum geht es? Nun, kurz gesagt:  Die VG-Wort hat als Verwertungsgesellschaft in der Vergangenheit nicht nur an Autoren, also die Urheber, Gelder ausgeschüttet, sondern auch an Verlage. Das war nicht korrekt. Die Verlage müssen diese Gelder nun zurückzahlen. Das Urteil ist juristisch wasserdicht, aber bringt viele Verlage in finanzielle Schieflage, weil entsprechende Rücklagen fehlen.

Mehr denn je gilt nun das Motto: #wereadindie. Unter diesem Hashtag können und sollen Empfehlungen von Lieblingsbüchern aus kleinen Verlagen untermauert werden. Aus unserem Blog-Team hat Sophie  mit 10 Lieblingstiteln den Anfang gemacht,  Caterina hat den Stab übernommen und weitergereicht. Nun stelle ich zehn Bücher aus zehn unabhängigen Verlagen vor, die mir besonders am Herzen liegen und die belegen, wie vielfältig und reich das Angebot der Indies ist.  Weiterlesen „Indiebooks – 10 Lieblinge von Jochen“

Joost Zwagerman: Duell

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Faust versus Rothko

Mit seiner Novelle Duell beschenkt uns der niederländische Schriftsteller und Essayist Joost Zwagerman mit eine rasanten Satire auf den Kunstbetrieb. Es ist eine Geschichte voller Witz, Action, kluger Gedanken und einer gehörigen Portion Slapstick. Im Mittelpunkt steht die größte anzunehmende Katastrophe für einen Museumsdirektor. Eine Faust durchschlägt ein Gemälde im Wert von 30 Millionen Euro.

Er hatte noch nie eine Leinwand reißen hören. Ein lautes Knacken ertönte, wie von einem Ast, der entzweibricht – ein unerwartet schroffes Geräusch für eine so fragile Leinwand. (…) Er betrachtete die Farben. Sie zerfielen. Blau zerbröckelte in tausend Splitter, Rot wurde gespalten, Gelb brach auf, und natürlich zerriß mit den Farben die gesamte Leinwand.

Weiterlesen „Joost Zwagerman: Duell“

Sebastian Rether: Foc/Feuer

Zarter Strich – Harte Realität

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Sebastian Rether zeichnet die Erinnerungen eines Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Es sind die Erinnerungen von Rethers Großvater. Als Junger Soldat führte sein Weg quer durch Europa von Rumänien, an die Grenze Russlands, von dort nach Frankreich und über Italien wieder zurück nach Hermanstadt. »Foc/Feuer« erzählt keine durchgehende Geschichte, sondern skizziert in kurzen und drastischen Szenen das Leben an und hinter der Front. Weiterlesen „Sebastian Rether: Foc/Feuer“

Vincenzo Latronico: Die Verschwörung der Tauben

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Die Eroberung der Welt mit gewetzten Messern.

Bei Geld hört die Freundschaft auf, sagt der Volksmund, und der behält, das wissen wir, nicht selten recht. Vincenzo Latronico wählt als Generalbass für seinen Roman Die Verschwörung der Tauben eine verschärfte Version der Redensart: Beim ganz großen Geld wird aus Freundschaft Verrat. Die entfesselten, globalen Finanzmärkte funktionieren nur, weil Menschen sie antreiben. Was aber treibt die Menschen an, sich im Streben nach Reichtum, Einfluss und Macht derart zu verbiegen, dass Freundschaft, Moral und Menschlichkeit auf der Strecke bleiben? Mögliche Antworten spielt Latronico in seinem Psychogramm der modernen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verblüffend schlüssig und spannend durch. Weiterlesen „Vincenzo Latronico: Die Verschwörung der Tauben“