Vorfreude auf den Indie-Herbst

Es ist Sommer, es ist heiß, wir brauchen dringend Abkühlung! Wie wäre es also mit einer Ladung frischer Herbstbücher? Die Verlage haben ihre neuen Programme unlängst vorgestellt, die ersten Titel sind bereits erschienen. Wir von We read Indie haben mal wieder eine Handvoll Rosinen für euch herausgepickt – vor allem aber sind wir gespannt auf eure Entdeckungen!
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Im Doppelpack – Das Team von „We read indie“ wird verstärkt

Willkommen im Team! Ab Mai werden Sarah vom Blog pinkfisch und Isabella vom Blog novellieren die Indies tatkräftig unterstützen.

Wer bist du und worüber bloggst du?

Mein Name ist Sarah, ich bin ausgebildete Buchhändlerin und arbeite mittlerweile seit über ein Jahrzehnt im Buchladen am Freiheitsplatz. Ich blogge für alle, die sich für Literatur und den Buchhandel interessieren. Leserinnen und Leser, Menschen auf der Suche nach Lesestoff und Empfehlungen. Ich möchte für das Lesen begeistern, für Romane, Jugendbücher, Klassiker, Kurzgeschichten, ich lese querbeet und bin nicht festgelegt auf eine bestimmte Art von Literatur. Hier findet sich Jane Austen neben Erich Kästner und Haruki Murakami neben Benedict Wells. Pinkfisch ist authentisch und steht für Begeisterung und positive Vernetzung. Gerade das Hervorheben von besonderen Büchern, Autoren und kleineren Verlagen ist über die Jahre zu einem Schwerpunkt geworden, der mir sehr am Herzen liegt.

Was bedeutet Indie für dich?

Indie bedeutet für mich vorallem, etwas Besonderes zu bekommen. Jeder der kleinen unabhängigen Verlage hat eine ganz eigene Geschichte, daraus resultierend eine Art eigenen Sound und Wiedererkennungswert. Ich schätze den Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen, ich bewundere Verlegerinnen und Verleger dafür, dass sie Projekte angehen, weil sie nicht anders können und weil sie diese unbedingt machen wollen. Indie heißt für mich, es ist Platz für Vielfalt, es garantiert uns eine bunte, facettenreiche Literaturwelt, die ohne die unabhängigen Verlage so nicht existieren würde. Die Zusammenarbeit mit Indieverlagen ist eine der ganz großen Freuden in meinem Beruf.

Welches Indiebuch liegt dir derzeit am Herzen und welches ist dein All-Time-Favorite?

Nun war ja gerade erst der Indiebookday und ich habe gefühlt wochenlang nichts anderes getan, als Bücher aus unabhängigen Verlagen zu lesen. Und nun soll ich aus all diesen Schätzchen einen Favoriten wählen? Ich schummle ein bißchen und lege euch mein Video zum Indiebookday ans Herz, da bekommt ihr gleich ein gutes Dutzend großartiger Indies präsentiert!

Mein All-Time-Favorite-Indiebook wird wohl immer das bei Secession Verlag veröffentlichte Glückskind von Steven Uhly bleiben, weil es ein wenig auch den Beginn meines gesteigerten Interesse an kleinen, unabhängigen Verlagen markiert. Dieses wunderbare Buch hat auch mich zu einem Glückskind gemacht, es ist eines jener seltenen Bücher, die den Leser, ganz egal, wo er gerade ist, abholen und ja – so kitschig das auch klingt – glücklich machen.

Wer bist du und worüber bloggst du?

Schön, mit der ersten Frage gehen wir gleich in die Vollen, ich bin nämlich kein Fan von falscher Bescheidenheit, entsprechend behaupte ich jetzt einfach, dass ich ein recht interessanter Mensch bin. Und das lassen wir als Tatsache so stehen, ha!

Ich bin LektorinJournalistinKellnerinFlaneur und blogge auf novellieren über Gegenwartsliteratur mit einem Fokus auf spanischsprachigen Romanen und Stadtliteratur. Bei letzterem bevorzuge ich Romane, die in Metropolen spielen, die ich entweder kenne oder unbedingt kennenlernen möchte. Dadurch habe ich einen persönlicheren Zugang zu Literatur.

Da ich mich auf novellieren nicht auf Rezensionen allein konzentrieren möchte und gerne reise, ist ein weiterer Schwerpunkt meines Blogs Berichte aus aller Welt, so zum Beispiel von den schönsten Buchhandlungen, interessanten Traditionen wie Sant Jordi in Barcelona oder Streifzüge durch Paris. Auch Lesungen besuche ich gerne, um mehr über Hintergründe und Intentionen seitens der Autoren zu erfahren.

Was bedeutet Indie für dich?

Das Besondere an Indie-Verlagen ist, dass sie sich eher als große Verlage trauen, experimentelle Literatur und Romane, die nicht unbedingt den großen kommerziellen Erfolg versprechen, zu veröffentlichen. Wenn’s dann doch ein Erfolg wird, umso schöner!

Sieht man von bekannten Namen wie Julio Cortázar oder Roberto Bolaño (die beide wirklich großartig sind, keine Frage!) ab, richtet sich der Blick von Fans lateinamerikanischer Literatur fast automatisch auf unabhängige Verlage, von denen sich gleich mehrere (mitunter) darauf spezialisiert haben. Und auch richtige Nischen wie Literatur aus dem Baskenland, die außer mir wahrscheinlich keine fünf Leute in Deutschland interessiert, findet man in kleinen Verlagen.

Ich persönlich schätze den Mut, die Leidenschaft und das Engagement der Indie-Verlage. Das heißt natürlich nicht, dass per se jeder Indie-Roman gut sein muss. Aber fern des Mainstreams gibt es viele literarische Perlen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Und dafür sind wir von We Read Indie ja da!

Welches Indiebuch liegt dir derzeit am Herzen und welches ist dein All-Time-Favorite?

Da wir’s gerade von den Basken hatten: Ich habe kürzlich „Wie man Baske wird“ von Ibon Zubiaur gelesen (auf Deutsch verfasst übrigens!), ein langer, persönlicher Essay, der im Berenberg Verlag erschienen ist. Und auch wenn Zubiaur für meinen Geschmack die baskische Kultur ein wenig zu sehr entzaubert, so ist es doch ein ausgezeichnetes Buch, das durch seinen persönlichen Zugang sehr gute Einblicke in diese „exotische Nation“ verschafft. Speaking of Berenberg, da gäbe es noch „La Oculta“ von Héctor Abad. Oder „Der Geruch des Paradieses“ von Elif Shafak, ein Roman, der bei Kein & Aber veröffentlicht wurde und der sehr viele interessante Fragen aufwirft. Auch wenn es eine intellektuelle Herausforderung ist, Valeria Luiselli zu lesen, die bei Kunstmann erscheint, stelle ich mich der immer wieder gerne. Und die Frankfurter Verlagsanstalt schätze ich besonders dafür, dass sie in jedem Programm Debütautoren für uns entdeckt.

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Ann-Marie Ljungberg: Dunkelheit, bleib bei mir

Ein Attentat in Schweden, 1940

Gerade in einem Land wie Deutschland, das nach 1945 dazu gezwungen war, sich intensiv mit seiner Rolle im 2. Weltkrieg auseinanderzusetzen (weil es ihn lostrat und seine Bevölkerung entsetzliche Verbrechen in den besetzten Gebieten verübte), könnte leicht der Eindruck entstehen, dass die Geschichte dieser Zeit und dieses Krieges eine aufgearbeitete ist. Es erscheinen jedes Jahr zahlreiche neue Publikationen mit Erinnerungen, Analysen, Schauplatzgeschichten etc., und keine größere deutsche Zeitung hat nicht mindestens eine Sondernummer zum Dritten Reich und dem 2. Weltkrieg gemacht.

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Unser Indiebookday 2017

Für manch einen gibt es im Jahr kein schöneres Fest als Weihnachten, andere freuen sich über die vielen langen Wochenenden im Mai und Juni. Für uns Freunde der besonderen Literatur ist der einzig wahre Feiertag der Indiebookday. Der Hamburger mairisch Verlag hat ihn 2013 initiiert, um die unabhängigen Verlage und ihre fantastischen Programme ins Bewusstsein der Leser zu bringen. Von dieser wunderbaren Idee ließen wir uns damals anstecken und riefen kurzerhand We read Indie ins Leben, bis heute ein Herzensprojekt von uns allen. Welche schönen Bücher wir am vergangenen Samstag, dem fünften Indiebookday, entdeckt haben, das zeigen wir euch hier.

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Amsél: Wiedersehen in Tanger

Amsél, Wiedersehen in Tanger„Es heißt, Tanger sei wie ein Spiegel: Wer sich darin erblickt und nicht aushält, was er sieht, muss unverzüglich abreisen. Wer es aber schafft zu ertragen, was der Spiegel ihm zeigt, der muss immer wieder zurückkehren, den lässt die Stadt nicht mehr los.“

Ein Gastbeitrag von Timo Brandt

Ganz in der Nähe der Straße von Gibraltar, den Säulen des Herkules, liegt die Stadt Tanger – ein mystischer Ort (an dem es, wie an so vielen mystischen Orten, vor profanen Dingen nur so wimmelt – vielleicht fallen sie einem aber auch nur besonders ins Auge). Beiden Seiten wird in diesem Buch Rechnung getragen: dem Profanen in den Beschreibungen der Landschaft und den meisten Geschehnissen, das Mystische liegt tief in den Figuren und findet zwischen ihnen statt, bevölkert ihre Geschichten, ihre Ansichten. Egal wie gewöhnlich (und darin schön wie schrecklich) die Welt draußen ist – die Figuren schöpfen die Mysterien aus sich selbst, aus ihren Empfindungen, Gedanken, Eindrücken.

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Vorfreude auf den Indie-Frühling

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Wir Bücherfreunde sind den Jahreszeiten immer ein Stück voraus. Während es draußen noch wahlweise schneit, stürmt oder regnet, sind wir von We read Indie bereits im Frühling angekommen, und zwar im Literaturfrühling. Die Verlage haben die neue Saison eingeläutet und beglücken Liebhaber der belles lettres mit farbenprächtigen Programmen, allen voran unsere geliebten Indies. Worauf wir uns besonders freuen, das zeigen wir euch in diesem kleinen Beitrag, und natürlich sind wir auch gespannt auf eure Favoriten.

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We love Indie

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Wir sind keine Profis in Sachen LIEBESROMAN. Beim Stöbern und Darüber-Reden jedoch fanden wir Erstaunliches. Selten mit klassischem Happy End. Manchmal melancholisch oder sogar tragisch. Aber immer schön! Und ganz sicher ist dies nur eine kleine feine Auslese, welcher der eine oder andere Liebesroman noch hinzugefügt werden kann. Lasst Euch inspirieren. Verschenkt Liebe. Es ist Valentinstag.  Weiterlesen „We love Indie“

Vorfreude auf den Indiebook-Herbst

herbst

Quer über die Kontinente, durch Länder und Städte rasen wir heute mit unseren Favoriten aus den Vorschauen der unabhängigen Verlage für den Herbst 2016. Wild, verrückt und schön! Von Europa über Afrika und Asien bis nach Amerika besuchen wir u.a. Irland, die Schweiz und Niederlande, Marokko, die Türkei, Kalkutta und Damaskus, Kuba, Argentinien, die USA … Die Auswahl ist ebenso groß wie die Vielzahl der Verlage. Extrem spannende und ungeheuer mutige Bücher sind dabei. Melancholische Texte und Texte voller Gefühl. Und natürlich findet Ihr hier wieder viele liebevoll gestaltete und ganz besonders schöne Ausgaben.

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Happy Birthday, lieber Reprodukt Verlag!

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Reprodukt feiert sein 25jähriges Verlagsjubiläum! Tusch, tusch und Goldregen! Wir gratulieren ganz herzlich und zeigen euch zu diesem besonderen Anlass unsere Reprodukt-Lieblinge, die wir mit unseren Rezensionen verlinkt haben. Und wenn ihr mehr Reprodukt entdecken wollt, dann habt ihr dieses Wochenende in Berlin die Gelegenheit dazu: Der Verlag lädt mit einem vielfältigen Programm ein! Weiterlesen „Happy Birthday, lieber Reprodukt Verlag!“

Happy Birthday, We read Indie!

FeuerwerkKaum ist ein Geburtstag vorbei, gibt’s schon den nächsten zu feiern. Besonders schön ist es da, wenn beide Geburtstage sozusagen mit einem unsichtbaren Leseband verbunden sind. Denn ohne den von mairisch Verleger Daniel Beskos initiierten Indiebookday gäbe es We read Indie heute nicht. Und unsere Lesewelt wäre nicht so reich und inspirierend. Darauf erheben wir unser Glas!

Viel Wunderbares, Überraschendes und Schönes haben wir in dieser Zeit erlebt. Angefangen von literarischen Entdeckungen jenseits des Mainstreams bis hin zu liebevoll gestalteten Büchern, die uns staunen ließen. Und nicht zu vergessen die spannenden Gespräche mit den Büchermachern in der einzigartigen, unabhängigen Verlagswelt.

Nicht nur die drei Jahre We read Indie sind ein Fest zur Freude. Unsere Gruppe hat in diesem Jahr Zuwachs bekommen. Jochen vom Blog lustauflesen.de und der Kaffeehaussitzer bereichern unsere Blogger-Allianz mit ihren Rezensionen auf dem Blog sowie bei Facebook als auch bei Twitter.

So sind wir immer in Bewegung wie die guten Bücher. Neugierig auf all das Schöne, was uns noch erwartet. Auf diesem Wege danken wir allen Mitwirkenden und euch Verlegern für die tolle Zusammenarbeit!