Blog in gute Hände abzugeben

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Liebe We-Read-Indie-Leserinnen und -Leser,

seit 2013 gibt es den Gemeinschaftsblog We Read Indie, ein Zusammenschluss mehrerer Bloggerinnen und Blogger, um gemeinsam auf Literatur aus unabhängigen Verlagen aufmerksam zu machen. Viele Buchbesprechungen sind hier in dieser Zeit zusammengekommen, die einen wunderbaren Einblick in die Vielfalt der Indie-Verlage geben.

Auch in der Blog-Gemeinschaftsredaktion ist in den letzten fünf Jahren so einiges geschehen, es gab mehrmals Veränderungen. Ein Kommen und Gehen, wie überall in der Welt der Literaturblogs.

Nun ist aber eine besondere Situation eingetreten, denn bei allen Beteiligten im We-Read-Indie-Team passt es seit einiger Zeit nicht mehr richtig in den Alltag, sich so um diesen Blog zu kümmern, wie es sein sollte. Wir hatten uns eine WRI-Auszeit gegönnt und angekündigt, dass wir uns Gedanken machen wollen, wie es weitergeht. Das haben wir auch – und das Ergebnis steht nun fest.

Das momentane We-Read-Indie-Team hört auf. Wir haben uns entschlossen – und das ist niemandem von uns leichtgefallen – nicht mehr für We Read Indie zu schreiben. Bei keiner und keinem von uns passt das in die momentane Lebenssituation, so dass wir  schweren Herzens unsere We-Read-Indie-Redaktion auflösen werden. Dies ist der letzte Beitrag.

Aber!

We Read Indie soll nicht abgeschaltet werden. We Read Indie soll auch weiterhin Bücher aus unabhängigen Verlagen vorstellen. Zumindest würden wir uns das wünschen.

Deshalb ist dieser Blog in gute Hände abzugeben.

Wir suchen Bloggerinnen und Blogger, die Interesse haben, We Read Indie weiterzuführen. Ein neues Team, das neue Akzente setzt und diesen Gemeinschaftsblog am Leben erhält.

Wer könnte sich dies vorstellen? Wer möchte den Staffelstab übernehmen?

Schickt uns eine E-Mail an wereadindie (at) gmail.com oder benutzt das Kontaktformular.

Wir werden dann ab dem 15. Januar 2019 die eingegangenen E-Mails sichten und Euch zueinanderbringen. Auf dass ein neues Team We Read Indie weiterführt. Ihr erhaltet dann die Zugänge zu Blog und den Accounts auf Facebook und Twitter und wir sind raus.

Schreibt uns! Wir freuen uns, von Euch zu hören!

Herzliche Grüße

Caterina, Mareike, Sophie, Isabella, Sarah, Uwe, Jacqueline, Jochen, Simone und Vera

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We read Indie – und brauchen eine Pause!

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Liebe Leserinnen und Leser,

Ihr kennt es sicherlich alle. Es gibt eine Menge wichtige Dinge im Leben. Manchmal sogar so viele, dass anderes in den Hintergrund treten muss. Uns, die Redaktion von We read Indie, eint weiterhin die Liebe zu Büchern aus Indie-Verlagen. Und doch hat unsere Veröffentlichungsfrequenz stark abgenommen, während die Frequenz unseres Lebens bei uns allen stark zugenommen hat und wir aus unterschiedlichsten Gründen gerade an anderen Orten präsenter sein wollen und hier und da auch müssen. ;-) Weiterlesen „We read Indie – und brauchen eine Pause!“

Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz

Farne lieben es schattig und feucht. In so einem immergrünen Dickicht entfaltet nun die junge österreichische Autorin Mareike Fallwickl (= unser Bücherwurm Mariki von „We read Indie“) ihren entwaffenden Debütroman Dunkelgrün fast schwarz. Ein Haus ist in diesem Hort von Geschichte und Geschichten und es steht erhaben auf einem Berg, das Dorf liegt darunter, Salzburg ist in der Ferne erkennbar, aber nur bei guter Sicht. Um ein neues Zuhause zu beleben, muss es mit Empfindungen angefüllt werden. Weiterlesen „Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz“

Verlagsporträt: Herzlichen Glückwunsch, lectorbooks!

Vor ziemlich genau einem Jahr, im Frühjahr 2017, tönte es aus der Schweiz: „Nochmals jung, wild und frei sein: Nach zehn Jahren Salis präsentieren wir mit lectorbooks eine frische, zusätzliche Spielwiese für Literatur (…)
lectorbooks soll der freie Raum sein, in dem klassisch erzählende und experimentelle Literatur miteinander lachend Fangen spielen, in dem bewährte Verlagsarbeit und komplett neue Formen der Vermittlung händchenhaltend Trampolin springen.“
Die Rufer sind die beiden Verlagsmacher André Gstettenhofer und Patrick Schär, Co-Verleger des Züricher Salis Verlags. Ein Geschwisterding? Salis und lectorbooks haben „sehr viel und sehr wenig“ miteinander zu tun, es besteht wirtschaftliche Trennung, keiner löst den anderen ab, eine Übernahme von Salis-Autoren geschieht in „freundlicher Absprache“. So diffundierten etwa mit dem ersten Frühjahrsprogramm 2017 Anna Stern und Heinz Emmenegger bereits von diesem zu jenem.
Weiterlesen „Verlagsporträt: Herzlichen Glückwunsch, lectorbooks!“

52 Wochen – 52 Bücher!

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Die Macher des Indiebookdays haben sich eine feine Sache ausgedacht, die wir von We Read Indie von ganzem Herzen unterstützen: Die #Indiebookchallenge 2018-2019!

52 Wochen – 52 Bücher – pro Woche ein Buch. Eine Reading Challenge – vom Indiebookday 2018 bis zum Indiebookday 2019. Ein wichtiges Kriterium dabei ist, dass jeder der gewählten Titel aus einem unabhängigen Verlag stammen sollte.

Das Großartige an Büchern und E-Books aus unabhängigen Verlagen: Dank vieler kleiner spezieller Programme ist die Literaturauswahl sehr vielfältig. Die Indiebook Reading Challenge möchte beim Entdecken helfen, Spaß machen und den Austausch unter Gleichgesinnten ermöglichen. Seid ihr dabei? Weiterlesen „52 Wochen – 52 Bücher!“

Arno Camenisch: Der letzte Schnee

Alles ist immer möglich. Auch dass im Winter der Schnee nicht kommt. Derzeit zeigt sich zwar in Österreich ein recht anderes, weißes Bild, aber dort wird ja auch „Ende Jahr einfach der Schnee wie ein Teppich“ eingerollt und „im Bunker“ verstaut und im nächsten Winter wieder hervorgeholt. Hilft nichts. In einem Winkel des Kantons Graubünden ist die Sache drängend und an ihr hängt die Existenz eines Schleppliftes, ein echter Oldtimer, und zweier heldenhafter Skiliftkauze. Weiterlesen „Arno Camenisch: Der letzte Schnee“

Andrea Scrima: Wie viele Tage

Es sind die kleinen Momente, die manchmal das Leben ausmachen, der weggeworfene Kaffeebecher, ein Lichtstrahl, der verstaubte Gegenstand, bedeutungslos für alle außer der einen Person, die ihn mit Erinnerung und Wert auflädt. Andrea Scrimas Debütroman „Wie viele Tage“ zeichnet sich durch die Melancholie seiner Ich-Erzählerin aus, die zwischen zwei Kontinenten auf der Suche nach Heimat und der eigenen Identität ist.

„Jeder in seiner eigenen Welt, seinem eigenen persönlichen Universum, all diese imaginären Räume und Landschaften, die in den Köpfen der Leute existieren, koexistieren, kollidieren … Sie alle sehen etwas, das nicht da ist.“

Sie lebt im East Village, Williamsburg und Kreuzberg der achtziger und neunziger Jahre, die Protagonistin in Andrea Scrimas mosaikartigem Roman „Wie viele Tage“. Doch von wenigen äußeren Umständen, die angedeutet werden, abgesehen, spielt sich dieser Roman in der Gedanken- und Emotionswelt der Ich-Erzählerin ab. Es sind die kleinen Beobachtungen, die das Leben zu dem machen, was es ist, denn sie bestimmen die subjektive Wahrnehmung der Realität, und nicht die großen Erschütterungen der Zeit, der Außenwelt. Die Ästhetik liegt im Gewöhnlichen und Alltäglichen. In einer der poetischsten Stellen des Romans wird die Protagonistin Zeugin des Moments, bevor sich der Kaffeerest aus einem achtlos weggeworfenen Becher und Hundeurin auf der Straße berühren und genau dort ein Zettel mit einer Adresse liegt, den sie rettet. Der Gedanke, dass nur sie den Zauber dieses Augenblicks wahrgenommen hat, diese „Faktoren in einer Gleichung, die für mich und nur für mich bestimmt war“, macht sie schwindlig – „und dennoch verstand ich nichts, überhaupt nichts“. Weiterlesen „Andrea Scrima: Wie viele Tage“

Antonio Ortuño: Die Verbrannten

Einen beschwerlichen Weg erwartet die Mittelamerikaner, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben versuchen, Mexiko zu durchqueren und illegal in die USA einzuwandern. Viele bezahlen dafür mit dem Tod – so auch in Antonio Ortuños „Die Verbrannten“, einem schonungslosen Roman, dessen Plot allerdings ein wenig überschaubar ist.

Während die Mexikaner in den USA als Menschen zweiter Klasse gelten, so sind es in Mexiko die Mittelamerikaner, die von vielen stark diskriminiert werden. Für sie ist es doppelt so schwierig, in das vermeintlich gelobte Land Amerika einzureisen, denn dafür müssen sie ganz Mexiko durchqueren. Die wenigsten schaffen das (und stehen dann vor dem gleichen Problem wie die mexikanischen Flüchtlinge: der Grenze zwischen Mexiko und den USA). Dem Großteil blüht im besten Fall, hochverschuldet zurück in ihr Heimatland geschickt zu werden, aber auch das sind Ausnahmen. Für die anderen bedeutet die lange Reise Erniedrigung, Vergewaltigung, Folter, Tage ohne Wasser und Nahrung und mitunter auch den Tod. Weiterlesen „Antonio Ortuño: Die Verbrannten“