„Diese verfluchte Mischung aus Wut und Sorge“

Wut und Sorge, Liebe und Rivalität, Geborgenheit und Verwundbarkeit – die Beziehung von Geschwistern ist eine besonders enge und besonders ambivalente. Davon erzählen drei Bücher, die gerade auf deutsch erschienen sind, alle in kleinen, konzernunabhängigen Verlagen: Mona Høvrings neuer Roman Weil Venus bei meiner Geburt ein Alpenveilchen streifte, die Erzählungen von Line Madsen Simenstad (ihr literarisches Debüt), sowie der Roman Eine moderne Familie von Helga Flatland, bereits ihr fünfter, jedoch der erste, der ins Deutsche übersetzt wurde. Alle Autorinnen stammen aus Norwegen, dem diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse.

Ein schwieriges Alter

Tag für Tag, frisch erschienen bei Kein und Aber, ist das Debüt der 1980 geborenen Saskia Luka. Der Roman beginnt damit, dass die Erzählerin Maria ihre alte Mutter aus dem kroatischen Bergdorf, in dem auch sie aufgewachsen ist, zu sich nach Bayern holt, ein Abschied für immer, wie allen bewusst ist. Auch Marias Leben hat sich schmerzhaft verändert, es ist noch nicht allzu lange her, dass ihr Mann Georg mit nur 50 Jahren plötzlich verstorben ist. Nun lebt sie also mit ihrer Mutter und ihrer 17-jährigen Tochter zusammen, mit einer Frau, die sich vom Leben abwendet und einer, die sich ihm zuwendet – sie selbst in jeder Hinsicht mittendrin.

Tomer Gardi: Sonst kriegen Sie Ihr Geld zurück

Geld, Geld, Geld! Niemand redet von etwas anderem, zumindest in Deutschland, wenn man beliebten Stereotypen Glauben schenkt. Auch Tomer Gardi geht es in seinem neuen Roman Sonst kriegen Sie Ihr Geld zurück (Droschl) ums liebe Geld. Wenn auch deutlich selbstbezüglicher, als es zunächst scheint. Tomer Gardi lebt seit langem in Berlin (tatsächlich bei uns um... Weiterlesen →

Julia Rothenburg: hell/dunkel

Gegensätze ziehen sich an, so auch in Julia Rothenburgs neuem Roman hell/dunkel (FVA), in dem sich zwei Halbgeschwister über den bevorstehenden Tod der Mutter näher kommen, als sie sich selbst hätten träumen lassen. Krankheiten lassen sich ignorieren. Sie lassen sich ignorieren, bis es irgendwann einfach nicht mehr weitergeht, sie dem eigenen Leben so sehr entgegenstehen,... Weiterlesen →

Nachrichten aus Sachsens Hauptstadt

Sachsen, immer für ein Streitthema gut Wer, wie ich, seine Heimat in Dresden beziehungsweise Meißen nennt (auch wenn ich dort schon einige Zeit nicht mehr wohne), der warf auch immer sorgenvolle Blicke auf die sächsische Hauptstadt. Sei es der Streit um die Waldschlössschenbrücke oder in Folge dessen die Aberkennung des Weltkulturerbes und viele andere große... Weiterlesen →

Literarisch aufgearbeitete, europäische Geschichte

Krimi mit Geschichtsbezug Andreas Eckardt ist eine arme Socke und Martin von Arndt ist der Autor, der diese Figur ganz schön leiden lässt. Mittlerweile auf die siebzig zugehend, ist der ehemalige Kommissar vom Leben und den ganzen geschichtsträchtigen Winkelzügen, in denen er mitwirkte, gezeichnet. Doch eine Episode hat dieser Mann noch auszustehen. Ob er danach... Weiterlesen →

Alberto Vigevani: Sommer am See

An der Schwelle von Kindheit zu Pubertät erzählt Alberto Vigevani einen Sommer am See (Friedenauer Presse), eine Zeitreise in mehrfacher Hinsicht. Giacomo hat es nicht leicht. Er fühlt sich in seiner Familie nicht richtig ernst genommen, auch Freunde hat er keine. Nicht, dass ihn das übermäßig unglücklich machen würde, denn eigentlich ist er gern allein.... Weiterlesen →

Wie konnte es nur soweit kommen?

Digitaler Lesekreis Seit Anfang des Jahres hat der Blog „54book“ auf Twitter zur Aktion 54reads aufgerufen, ein digitaler Lesezirkel im Netz, bei dem jeder mitmachen kann, wer möchte. Jeden Monat wird ein anderes Buch gelesen und bei Twitter kommentiert. Wer möchte, wie nun ich in diesem Fall für das Buch, welches im März gelesen wurde,... Weiterlesen →

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