Philipp Böhm: Schellenmann

Eine Kleinstadt, jeder kennt jeden. Eine Fabrik, deren Produkt niemand zu kennen scheint. Philipp Böhm lässt in Schellenmann (Verbrecher Verlag) ein süddeutsches Twin Peaks aufleben und liefert damit ein überaus interessantes Debüt ab. Eine Kleinstadt, irgendwo im Badischen. Ein Sommer, der nicht enden will. Der aber auch nichts anderes bereitzuhalten scheint, als die Einsamkeit in... Weiterlesen →

Michela Murgia: Faschist werden. Eine Anleitung

Salvini, Órban, Höcke. Nur drei von vielen. Im Lichte des allgegenwärtigen Rechtspopulismus schreibt Michela Murgia eine bitterböse Satire auf den politischen Fluchtpunkt dieser Bewegung: Faschist werden. Eine Anleitung (Wagenbach). Es ist schon unglaublich, dass gut siebzig Jahre nach Ende des Holocaust der Faschismus als politische Idee eine derartige Renaissance erlebt wie gerade. Als hätte uns... Weiterlesen →

Ein Roman wie eine einzige Anklage

Eine Wut, die hinaus geschrie(be)n werden musste Pia Klemp, Aktivistin und Kapitänin, fuhr im Mittelmeer Einsätze, um Menschen zu retten, bis ihr das Schiff von der italienischen Justiz beschlagnahmt und sie wegen Menschenschmuggels in Italien angeklagt wurde. Ihre Erfahrungen, die Seenotrettung betreffend und die Geschichte rund um die Beschlagnahmung hat sie in den Roman „Lass... Weiterlesen →

Bis zum Ereignishorizont und noch viel weiter

Ein anziehendes Badezimmer Hildegard, von ihren Freunden Hildi genannt, erbt ein schwarzes Loch von ihrem Schweizer Onkel und bekommt dieses in ihr Badezimmer installiert. Dieses kleine schwarze Loch mit seiner enormen Kraft hebelt Hildis Leben und das ihrer Freunde komplett durcheinander, bringt sie aus ihrem Trott heraus, bringt Menschen zusammen und sorgt für mächtig Wirbel.... Weiterlesen →

„Diese verfluchte Mischung aus Wut und Sorge“

Wut und Sorge, Liebe und Rivalität, Geborgenheit und Verwundbarkeit – die Beziehung von Geschwistern ist eine besonders enge und besonders ambivalente. Davon erzählen drei Bücher, die gerade auf deutsch erschienen sind, alle in kleinen, konzernunabhängigen Verlagen: Mona Høvrings neuer Roman Weil Venus bei meiner Geburt ein Alpenveilchen streifte, die Erzählungen von Line Madsen Simenstad (ihr literarisches Debüt), sowie der Roman Eine moderne Familie von Helga Flatland, bereits ihr fünfter, jedoch der erste, der ins Deutsche übersetzt wurde. Alle Autorinnen stammen aus Norwegen, dem diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse.

Ein schwieriges Alter

Tag für Tag, frisch erschienen bei Kein und Aber, ist das Debüt der 1980 geborenen Saskia Luka. Der Roman beginnt damit, dass die Erzählerin Maria ihre alte Mutter aus dem kroatischen Bergdorf, in dem auch sie aufgewachsen ist, zu sich nach Bayern holt, ein Abschied für immer, wie allen bewusst ist. Auch Marias Leben hat sich schmerzhaft verändert, es ist noch nicht allzu lange her, dass ihr Mann Georg mit nur 50 Jahren plötzlich verstorben ist. Nun lebt sie also mit ihrer Mutter und ihrer 17-jährigen Tochter zusammen, mit einer Frau, die sich vom Leben abwendet und einer, die sich ihm zuwendet – sie selbst in jeder Hinsicht mittendrin.

Tomer Gardi: Sonst kriegen Sie Ihr Geld zurück

Geld, Geld, Geld! Niemand redet von etwas anderem, zumindest in Deutschland, wenn man beliebten Stereotypen Glauben schenkt. Auch Tomer Gardi geht es in seinem neuen Roman Sonst kriegen Sie Ihr Geld zurück (Droschl) ums liebe Geld. Wenn auch deutlich selbstbezüglicher, als es zunächst scheint. Tomer Gardi lebt seit langem in Berlin (tatsächlich bei uns um... Weiterlesen →

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