Verlagsporträt: Herzlichen Glückwunsch, lectorbooks!

Vor ziemlich genau einem Jahr, im Frühjahr 2017, tönte es aus der Schweiz: „Nochmals jung, wild und frei sein: Nach zehn Jahren Salis präsentieren wir mit lectorbooks eine frische, zusätzliche Spielwiese für Literatur (…)
lectorbooks soll der freie Raum sein, in dem klassisch erzählende und experimentelle Literatur miteinander lachend Fangen spielen, in dem bewährte Verlagsarbeit und komplett neue Formen der Vermittlung händchenhaltend Trampolin springen.“
Die Rufer sind die beiden Verlagsmacher André Gstettenhofer und Patrick Schär, Co-Verleger des Züricher Salis Verlags. Ein Geschwisterding? Salis und lectorbooks haben „sehr viel und sehr wenig“ miteinander zu tun, es besteht wirtschaftliche Trennung, keiner löst den anderen ab, eine Übernahme von Salis-Autoren geschieht in „freundlicher Absprache“. So diffundierten etwa mit dem ersten Frühjahrsprogramm 2017 Anna Stern und Heinz Emmenegger bereits von diesem zu jenem.
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Verlagsporträt: starfruit publications

Seine Bücher fielen wie die Äpfel vom Baum. Dass es ganz ausgesuchte Exemplare von besonderer Güte und überschaubarer Menge sind, versteht sich für Manfred Rothenberger, den Verleger von starfruit publications, von selbst.
In dem 2009 gegründeten Verlag (gemeinsam mit Kathrin Mayer) aus Fürth leistet man es sich mit großzügiger Geste, „anspruchsvolle Inhalte und gute Kunst in ein gutes Kleid zu stecken“, das nebenbei auch erschwinglich ist. Die finanzielle Unabhängigkeit sorge hierbei für geistige Unabhängigkeit, so der Verleger, brotberuflich Direktor des Instituts für moderne Kunst Nürnberg, das ebenfalls als Herausgeber fungiert. So muss auch keine Rücksicht auf den schnelldrehenden saisonalen Buchmarkt oder sonstige „kommerzielle Regungen“ genommen werden. Bewusst hängt der Verlag dem Prinzip der Entschleunigung und der Reduktion an: zwei, drei Bücher pro Jahr, mehr nicht. Weiterlesen „Verlagsporträt: starfruit publications“

Theodora Bauer: Chikago

Mehr als drei Jahre ist es her, dass Theodora Bauer auf dem Hotlistblog ihren ersten Auftritt hatte: mit ihrem Romandebüt Das Fell der Tante Meri. Es sorgte bei Publikum und in den Medien für Staunen und Begeisterung, weil ganz arg junge Debütantin, gewichtiges zeitgeschichtliches Thema, kühne und gewitzte Umsetzung. Dann war Stille und Schreibzeit. Jetzt meldet sich die österreichische Autorin mit ihrem zweiten Roman zurück und betritt auch mit Chikago historisches Terrain. Beide Romane sind im unabhängigen Wiener Picus Verlag  erschienen. Bauer verlässt in ihrer Geschichte mit wehenden Fahnen das dörfliche Burgenland zu Beginn der Zwanzigerjahre, also kurz nach seiner Landnahme, und setzt über „ins“ Amerika, wo es damals alle Glückssuchenden und Hoffnungsvollen hintrieb. Und blättert damit ein Kapitel globaler Migrationsgeschichte auf. „Der Feri hat seine Tante einmal gefragt, ob es eine Zeit gegeben hat, in der niemand ausgewandert ist?“ Weiterlesen „Theodora Bauer: Chikago“

Besuch bei Liebeskind

Tuerschild Liebeskind Verlag

Ganz exakt weiß ich nicht mehr, wann ich das erste Buch aus dem Liebeskind Verlag in die Hände bekommen habe. Aber sehr genau erinnere ich mich daran, sofort vollkommen begeistert gewesen zu sein. Es sind Bücher, wie sie sein sollen: Inhalt, Gestaltung, Papier, Geruch, Haptik – alles passt perfekt zusammen und machen jedes zu einem kleinen Gesamtkunstwerk. Und bis auf wenige Ausnahmen haben bisher fast alle meinen Lesegeschmack exakt getroffen. Deshalb wollte ich schon lange wissen, wer sich eigentlich hinter dem Verlagsnamen verbirgt. Als ich kürzlich beruflich einige Tage in München war, ergab sich ein Termin für einen Besuch. So stieg ich im dämmrigen Licht eines Märznachmittags die Holztreppe eines alten Hauses irgendwo in der Nähe des Marienplatzes hoch, hörte das Fischgrätparkett unter meinen Füßen knarren und stand schließlich vor der Türe des Liebeskind Verlags. Ich war gespannt. Weiterlesen „Besuch bei Liebeskind“

Hinter den Kulissen von weissbooks.w

Über den Hinterhof, um die Ecke, in den Lift, dann die Treppe, Gang hier, Gang da – der weissbooks.w Verlag liegt gut versteckt im sechsten Stock des Atelierfrankfurt im Industriegebiet rund um die Hanauer Landstraße. Sich in diesem Labyrinth zu verlaufen macht aber auch Spaß, immerhin teilt sich der Verlag ein Gebäude mit zahlreichen Künstlern. „Früher war weissbooks.w in einem alten Hotel im Bahnhofsviertel und hatte dort drei miteinander verbundene Zimmer“, erzählt Verlegerin Anya Schutzbach. „Das war doch recht kuschelig.“ Zum Glück sind die neuen Räumlichkeiten weniger kuschelig: Schutzbach, ihr Assistent Robin Schmerer und Praktikantin Nora Kayser stellen, organisiert von den Jungen Verlagsmenschen, vor knapp fünfzehn Interessierten den Verlag vor und alle finden Platz in dem weitläufigen Atelier. Weiterlesen „Hinter den Kulissen von weissbooks.w“

Hotlist-Gewinner 2017: Assoziation A

Hotlist

Seit 13. Oktober stehen die jubelnden Gewinner der Hotlist 2017 der unabhängigen Verlage fest. Der mit 5000 Euro dotierte Preis der Hotlist 2017 geht an den Verlag Matthes & Seitz Berlin für Brigitta Falkners wunderbaren Parasiten-Wimmelband Strategien der Wirtsfindung. Der Melusine-Huss-Preis geht nach dem Votum der teilnehmenden Buchhändlerinnen und Buchhändler an den Verlag Assoziation A für Lutz Taufers Autobiografie Über Grenzen – Vom Untergrund in die Favela. Dotiert ist der Preis mit einem Druckgutschein der Druckerei Theiss im Wert von 4000 Euro. Weiterlesen „Hotlist-Gewinner 2017: Assoziation A“

Eine Liebeserklärung

Abertausende Bücher werden jedes Jahr veröffentlicht. Alle sechs Monate, im Frühjahr und im Herbst, verschicken die Verlage ihre Programmkataloge mit Dutzenden Neuerscheinungen, ich bin fleißig und gehe sie allesamt durch, tagelang, zunächst noch freudig aufgeregt, dann schon bald ermattet. Ich notiere mir den einen oder anderen Titel, aber ehe ich sie kaufe und schließlich auch lese, vergehen Monate, gar Jahre, ich warte auf die richtige Stimmung oder auf die Meinung der anderen, und vieles erledigt sich mit der Zeit von selbst. Nur bei einem Verlag ist das anders: Liebeskind. Kaum sind die Bücher da, landen sie auf meinem Nachttisch, in meiner Hand, in meinem Kopf; um sie führt kein Weg herum.

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Peter Hammer Verlag – Hotlist 2015

In loser Reihenfolge stellen wir gemeinsam mit einer Handvoll BloggerkollegInnen alle zehn Titel und Verlage vor, die auf der Hotlist 2015 stehen. Gestern hat Gastrezensentin Malu, Betreiberin des Literaturblogs Buchbüchse, Sifiso Mzobes Roman Young Blood besprochen, heute kommt die Verlegerin Monika Bilstein zu Wort. Die Beiträge erscheinen auch auf dem Hotlistblog.

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Eichenspinner Verlag – Hotlist 2015

In loser Reihenfolge stellen wir gemeinsam mit einer Handvoll BloggerkollegInnen alle zehn Titel und Verlage vor, die auf der Hotlist 2015 stehen. Gestern hat Gastrezensent Jochen von lustauflesen.de den Band Erbmütter – Welttöchter. Samische Gedichte besprochen, heute präsentieren wir euch den Eichenspinner Verlag. Die Beiträge erscheinen auch auf dem Hotlistblog.

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