Ian McGuire: Nordwasser

„Zuneigung ist etwas Vergängliches“ Ein Schiff läuft aus, ein Walfangschiff, und an Bord sind Männer, die hart und rau sind wie die See, zu der sie fahren. Und wenn jemand keine Skrupel hat, Tiere zu töten, Robben zu erschlagen, dass das Blut nur so spritzt, einen Wal zu jagen, dieses große, sanfte, wunderschöne Wesen, wie... Weiterlesen →

Philipp Böhm: Schellenmann

Eine Kleinstadt, jeder kennt jeden. Eine Fabrik, deren Produkt niemand zu kennen scheint. Philipp Böhm lässt in Schellenmann (Verbrecher Verlag) ein süddeutsches Twin Peaks aufleben und liefert damit ein überaus interessantes Debüt ab. Eine Kleinstadt, irgendwo im Badischen. Ein Sommer, der nicht enden will. Der aber auch nichts anderes bereitzuhalten scheint, als die Einsamkeit in... Weiterlesen →

Vorfreude auf den Indie-Herbst 2019

Wir Bücherfreunde sind den Jahreszeiten immer ein Stück voraus. Während es draußen noch wahlweise schneit, stürmt oder regnet, sind wir von We read Indie bereits im Frühling angekommen, und zwar im Literaturfrühling. Die Verlage haben die neue Saison eingeläutet und beglücken Liebhaber der belles lettres mit farbenprächtigen Programmen, allen voran unsere geliebten Indies. Worauf wir uns besonders freuen, das zeigen wir euch in diesem kleinen Beitrag, und natürlich sind wir auch gespannt auf eure Favoriten.

Michela Murgia: Faschist werden. Eine Anleitung

Salvini, Órban, Höcke. Nur drei von vielen. Im Lichte des allgegenwärtigen Rechtspopulismus schreibt Michela Murgia eine bitterböse Satire auf den politischen Fluchtpunkt dieser Bewegung: Faschist werden. Eine Anleitung (Wagenbach). Es ist schon unglaublich, dass gut siebzig Jahre nach Ende des Holocaust der Faschismus als politische Idee eine derartige Renaissance erlebt wie gerade. Als hätte uns... Weiterlesen →

Ein Roman wie eine einzige Anklage

Eine Wut, die hinaus geschrie(be)n werden musste Pia Klemp, Aktivistin und Kapitänin, fuhr im Mittelmeer Einsätze, um Menschen zu retten, bis ihr das Schiff von der italienischen Justiz beschlagnahmt und sie wegen Menschenschmuggels in Italien angeklagt wurde. Ihre Erfahrungen, die Seenotrettung betreffend und die Geschichte rund um die Beschlagnahmung hat sie in den Roman „Lass... Weiterlesen →

Bis zum Ereignishorizont und noch viel weiter

Ein anziehendes Badezimmer Hildegard, von ihren Freunden Hildi genannt, erbt ein schwarzes Loch von ihrem Schweizer Onkel und bekommt dieses in ihr Badezimmer installiert. Dieses kleine schwarze Loch mit seiner enormen Kraft hebelt Hildis Leben und das ihrer Freunde komplett durcheinander, bringt sie aus ihrem Trott heraus, bringt Menschen zusammen und sorgt für mächtig Wirbel.... Weiterlesen →

„Diese verfluchte Mischung aus Wut und Sorge“

Wut und Sorge, Liebe und Rivalität, Geborgenheit und Verwundbarkeit – die Beziehung von Geschwistern ist eine besonders enge und besonders ambivalente. Davon erzählen drei Bücher, die gerade auf deutsch erschienen sind, alle in kleinen, konzernunabhängigen Verlagen: Mona Høvrings neuer Roman Weil Venus bei meiner Geburt ein Alpenveilchen streifte, die Erzählungen von Line Madsen Simenstad (ihr literarisches Debüt), sowie der Roman Eine moderne Familie von Helga Flatland, bereits ihr fünfter, jedoch der erste, der ins Deutsche übersetzt wurde. Alle Autorinnen stammen aus Norwegen, dem diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse.

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