Thomas Martini: Der Clown ohne Ort

»Im Wahnsinn enthüllt sich der Zustand der Welt«

clownohneortDer »Clown ohne Ort« im gleichnamigen Debütroman von Thomas Martini ist Naïn, einer, der sich verloren hat, der zerbrochen ist an diesem Leben, dieser Welt, keinen Platz mehr in ihr findet: »Ich gehöre hier nicht hin«, glaubt er. Dabei sah alles so gut aus, der bisherige Weg war so vielversprechend, Studium der Politikwissenschaften in Bayreuth und Berlin, Auslandsaufenthalt in Barcelona, Assistenzstelle im Bundestag, Aussicht auf einen Job im Europaparlament. Bis der Bruch kam, die Erkenntnis, dass er sich in das stürzte, was eine Karriere hätte werden können, um nicht die Leere in sich zu hören, nicht mit dem Kaputten in sich konfrontiert zu werden. Er schmeißt alles hin, arbeitet als Mädchen für alles in einem Berliner Theater, verlässt das Haus nicht mehr ohne die grüne Strickmütze seiner Oma, gegen das »Frieren in der Hitze«. »Im Wahnsinn enthüllt sich der Zustand der Welt«, liest Naïn auf einem Plakat: Es könnte sein Leitspruch sein.

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