Der Anfang eines Ausgangs

„Eine Sache, die sich aufklärt, hört auf, uns etwas anzugehn“1, heißt es und vielleicht sind es deswegen auch die rätselhaften Bücher und Menschen, die uns lange und immer wieder beschäftigen. „Unablässig wiederholt der tropische Vogel in den Tamarinden hinter dem Haus seinen monotonen Ruf, der aus den drei ewig gleichen fragenden Lauten besteht: Wer-bist-du? Wer-bist-du?... Weiterlesen →

Georges Perec: Ein Mann der schläft

»Warum solltest du so tun, als lebtest du?«

perecNach W oder Die Kindheitserinnerung hat der Zürcher Verlag diaphanes mit Ein Mann der schläft nun einen weiteren Text des 1982 verstorbenen Schriftstellers Georges Perec neuaufgelegt. Bewusst schreibe ich »Text«, nicht »Roman«, denn bei beiden Werken fällt eine Gattungszuordnung schwer. Gerade einmal 110 Seiten umfasst Ein Mann der schläft; von einer auserzählten Geschichte kann keine Rede sein, vielmehr von einer Skizze, von Fragmenten, Momentaufnahmen. Demnach gibt es auch keine stringente Handlung, keine Chronologie; zwar suggeriert die Einteilung in Kapitel eine Ordnung der Geschehnisse, in Wirklichkeit geschieht jedoch außerordentlich wenig in dieser Geschichte. Und genau das ist auch der Gegenstand des Erzählten: Stillstand, Lähmung, eine Flucht in die Apathie und in die Einsamkeit.

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