Laurie Penny – Babys machen

geb_SULaurie Penny gilt, spätestens seit „Unsagbare Dinge“ und „Fleischmarkt“ als starke feministische Stimme unserer Zeit. In ihrem jünst erschienenen Erzählband führt sie auf so bitterböse wie treffsichere Art Klischees und Rollenbilder vor, indem sie sie gnadenlos überzeichnet. Eine Frau, die sich selbst ein Baby konstruiert? Mord als Kunst? Industrielle Produktion von Katzenvideos? Alles ist möglich!

Wie wäre es, wenn ich mein Baby tatsächlich nach meinen Wünschen gestalten könnte? Nicht nur, indem ich aus einem Katalog auswähle, nein. Selbst ist die Frau! Mittels praktischer Ingenieursfähigkeiten könnte jede Frau in der Garage ihr Baby zusammenschrauben wie die neuen dekorativen Wohnzimmermöbel. Es sähe einem echten Baby täuschend echt und verhielte sich auch so. Bloß verletzen könnte es sich nicht.

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Shumona Sinha: Erschlagt die Armen

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»Eine klare Stimme im Sturm der Ereignisse«

Ich habe Wut in meinem Bauch. Ein richtig fieses Grummeln und Zischen, als würde Rumpelstilzchen herumwüten. Aber es ist nicht meine Wut – sie kommt direkt aus den Seiten von »Erschlagt die Armen!«. Shumona Sinhas Worte hängen noch in der Luft, schillernd schön und gleichzeitig messerscharf. Eine aufatmende Erleichterung erreicht mein Zwerchfell, ich seufze. Und bin froh, dass das Buch zu Ende ist. Als ich den Gedanke denke, erschrecke ich. Darf man so etwas schreiben? Geschweige denn denken, obwohl es sich um ein außerordentlich beeindruckendes Buch handelt?

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Corinna T. Sievers: Schön ist das Leben und Gottes Herrlichkeit in seiner Schöpfung

pbCorinna T. Sievers, die auf der Insel Fehmarn geboren wurde, wuchs an der Ostsee auf. Sie studierte Politik, Medizin und Zahnmedizin in Hamburg, Frankfurt und Kiel, hat zwei Kinder und arbeitet als Kieferorthopädin in Zürich. 2010 erschien ihr Debütroman “Samenklau”.

In  “Schön ist das Leben und Gottes Herrlichkeit in seiner Schöpfung” wird die Geschichte von Ute erzählt. Ute wird 1966 mit einer Hasenscharte und sechs Fingern geboren. Sie wächst in einem Dorf an der Ostsee auf.

“Das Dorf an der Ostsee war klein, von Juni bis September kamen Badegäste, danach herrschte Stille. Der reichste Bauer war Bürgermeister, sein Stellvertreter vermietete Strandkörbe, im Winter flickte er sie. Es gab einen Konsum und eine Post, ein kleines Kaufhaus mit Namen Puck und außerdem eine Fleischersfrau, die nie geheiratet hatte, einen Schuster, den Juwelier und einen Zahnarzt.” Weiterlesen