Julia Wolf: Alles ist jetzt

Eines jedenfalls ist vollkommen klar: So manche Erinnerungen verfügen über scharfe Reißzähne, mit denen sie die Vergangenheit schmerzlich gegenwärtig erscheinen lassen, wann immer die Gegebenheiten günstig sind. Julia Wolfs Debütroman erzählt in drastischer und knapper Form von dem Kampf einer jungen Frau gegen die Wunden von gestern. Ingrid ist jung und allein. Sie arbeitet in... Weiterlesen →

Mit Brilka & Nino das Leben gefeiert

Zum krönenden Abschluss der Frankfurter Buchmesse stand am Samstagabend ein ganz besonderes Highlight auf unserem Programm: Ein Abend mit Nino Haratischwili, zu dem uns die Frankfurter Verlagsanstalt eingeladen hatte. Zunächst erwartete uns eine Lesung und anschließend ein Essen mit der Autorin, ihrer Mutter Tamara und der FVA. Dieses Geschenk beglückte uns in höchstem Maße! Im... Weiterlesen →

Nino Haratischwili: Das achte Leben (Für Brilka)

»Wann hatten sie alle diese Fähigkeit verloren? Die Fähigkeit zum Glücklichsein« Trotz starken Regens, der jede Hoffnung auf einen gemütlichen Spätsommer vernichtete, ließen es sich die kulturbeflissenen Städter am vergangenen Dienstag nicht nehmen, einer jener »Frankfurter Premieren« beizuwohnen, die in regelmäßigen Abständen in der Historischen Villa Metzler am Mainufer zelebriert werden. So viele waren es... Weiterlesen →

Sabine Kray über Diamanten Eddie.

© Rebecca Sampson Sabine Kray wurde 1984 geboren und lebt heute in Berlin als Autorin und Übersetzerin. Sie engagiert sich als Mentorin für Mädchen mit Migrationshintergrund bei der Bürgerstiftung Neukölln. Diamanten Eddie ist ihr Debüt. ___________________________________________________________________________ Klappentexterin: Was war der ausschlaggebende Moment, als du dich entschieden hast, über die Lebensgeschichte deines Großvaters zu schreiben? Sabine... Weiterlesen →

Sabine Kray: Diamanten Eddie

Ein Edelstein von Buch. Sabine Kray hatte nach dem Studium die Wahl: Entweder zu promovieren oder die Wahrheit über ihren Großvater herauszufinden. Sie entschied sich für Diamanten Eddie, wie ihr Großvater genannt wurde. Die Familie hat nur wenig über ihn gesprochen. So begab sich die junge Autorin auf Spurensuche und schrieb seine Lebensgeschichte auf. Entstanden... Weiterlesen →

Die Frankfurter Verlagsanstalt, Nino Haratischwili und ihr neuer Roman

Herzlichen Dank an die Bücherliebhaberin für den folgenden Gastbeitrag! Der Artikel ist zuerst auf ihrem Blog glasperlenspiel13 erschienen. Mitte Februar besuchten Caterina von SchöneSeiten und ich die Frankfurter Verlagsanstalt. Wir folgten einer Einladung der Presseabteilung und wollten Erfahrungen austauschen bzw. wir zwei Bloggerinnen das neue Programm der FVA kennenlernen. Das Team um Verleger Joachim Unseld... Weiterlesen →

Ekaterine Togonidze, Nino Haratischwili und Tamta Melaschwili über Georgien.

Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse habe ich drei georgische Autorinnen aus dem Erzählband Techno der Jaguare getroffen und ein sehr interessantes Gespräch geführt, das ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ekaterine Togonidze wurde 1981 geboren, ist Schriftstellerin, Moderatorin und Journalistin. Ihr Debüt, Das Schöne, wurde vom Kulturministerium Georgiens mit dem Preis "Die beste Erzählung des... Weiterlesen →

Manana Tandaschwili, Jost Gippert (Hrsg.): Techno der Jaguare. Neue Erzählerinnen aus Georgien

»Ich lache, weil ich eine Leerstelle entdecke, eine Lücke, die nur mein Lachen übertönen kann, die Stille in mir.«

manana_echno-der-jaguareWer Nino Haratischwilis “Mein sanfter Zwilling” gelesen und geliebt hat – und lieben muss man dieses Buch zweifelsohne – der wird an einem Erzählband, der mehr dieser jungen, georgischen Stimmen verspricht, kaum vorbeigehen können. Sieben solcher ungewöhnlichen und nahezu unbekannten Stimmen sind es, denen wir nun in “Techno der Jaguare” zuhören dürfen.

Ich schlug das Buch also auf und es war gleich die zweite Erzählung, die mich vollends begeistert hat. “Eine mit Buch und ihre erlesene Leserschaft” erzählt die Geschichte von Tino, die eines Morgens mit einem Buch aufwacht.

Thomas Martini: Der Clown ohne Ort

»Im Wahnsinn enthüllt sich der Zustand der Welt«

clownohneortDer »Clown ohne Ort« im gleichnamigen Debütroman von Thomas Martini ist Naïn, einer, der sich verloren hat, der zerbrochen ist an diesem Leben, dieser Welt, keinen Platz mehr in ihr findet: »Ich gehöre hier nicht hin«, glaubt er. Dabei sah alles so gut aus, der bisherige Weg war so vielversprechend, Studium der Politikwissenschaften in Bayreuth und Berlin, Auslandsaufenthalt in Barcelona, Assistenzstelle im Bundestag, Aussicht auf einen Job im Europaparlament. Bis der Bruch kam, die Erkenntnis, dass er sich in das stürzte, was eine Karriere hätte werden können, um nicht die Leere in sich zu hören, nicht mit dem Kaputten in sich konfrontiert zu werden. Er schmeißt alles hin, arbeitet als Mädchen für alles in einem Berliner Theater, verlässt das Haus nicht mehr ohne die grüne Strickmütze seiner Oma, gegen das »Frieren in der Hitze«. »Im Wahnsinn enthüllt sich der Zustand der Welt«, liest Naïn auf einem Plakat: Es könnte sein Leitspruch sein.

Nino Haratischwili: Mein sanfter Zwilling

„Im Schatten der Toten hatten auch wir gelebt“

haratischwiliNach sieben Jahren Abwesenheit kehrt Ivo zurück, und Stellas Leben zerbricht innerhalb von Stunden, weil Ivo ihre große Liebe ist, ihr Schicksal, ihr Untergang, weil sie seit einem verhängnisvollen Nachmittag, an dem beide sechs Jahre alt waren, untrennbar mit ihm verbunden ist: „Ivo und ich freundeten uns schnell an. An den langen Liebesnachmittagen unserer Eltern fanden wir zueinander. Dadurch, dass wir ein Geheimnis gemeinsam hüten mussten, entstand schnell eine sehr starke Bindung. Denn wir beide wussten um die Gefahr, wir beide sahen sie unentwegt im Haus auf uns lauern und beschlossen in unserer kindlichen Einfalt, die Erwachsenen davor zu bewahren.“ Das ist eine Last, eine viel zu schwere Last, die Ivo und Stella noch 30 Jahre später niederdrückt. Ihre Körper sind aneinander festgewachsen, sind eins geworden, und so sehr die Adoptivgeschwister auch versuchen, sich voneinander zu lösen, sie reißen sich gegenseitig immer wieder mit in den Abgrund.

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