[Gastrezension] Jutta Person: Esel

Der Esel bedeutet immer auch sein Gegenteil. Jutta Persons Büchlein (der Diminutiv ist angebracht, es ist in der Tat ein schmales Büchlein im Oktavformat) ist in der von Judith Schalansky herausgegebenen Reihe "Naturkunden" des Berliner Verlags Matthes & Seitz erschienen. "Esel" ist in zwei Teile gegliedert, im ersten, ca. 120 S. starken Abschnitt reist Person... Weiterlesen →

Édouard Levé: Selbstmord

leveBei dem Roman “Selbstmord” ist es unmöglich, nicht auf die besondere Entstehungsgeschichte einzugehen: der Autor Édouard Levé, 1965 geboren, war französischer Schriftsteller, Künstler und Fotograf, der zahlreiche Foto- und Prosabände veröffentlicht hat. Im Oktober 2007 hat er das Manuskript von “Selbstmord” an seinen Verleger geschickt, der begeistert war, ihn anrief und einen Termin zu einem Treffen ausmachte. Zu diesem Treffen kam es nicht mehr: nur zehn Tage nach dem Telefonat, erhängte sich Édouard Levé im Alter von 42 Jahren in seiner Pariser Wohnung.

Über diese außergewöhnliche Entstehungsgeschichte wird der Leser sowohl durch den Klappentext als auch die Informationen auf dem Buchrücken informiert und es ist eigentlich nicht möglich den Text losgelöst von diesem Kontext zu lesen. Ich fände es interessant zu wissen, wie jemand den Roman “Selbstmord” lesen würde, der nicht über diese Hintergrundinformationen verfügt. Handelt es sich dann möglicherweise um ein anderes Leseerelebnis? Bewertet man den Text vielleicht anders?

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