Jan Novák & Jaromír 99: Tschechenkrieg

Nach den Nazis kamen die Kommunisten. Die Graphic Novel Tschechenkrieg (Voland & Quist) von Jan Novák und Jaromír »99« Švejdík erzählt aus dem tschechischen Untergrund der frühen 1950er Jahre und wirft spärliches Licht auf eine bisher kaum bekannte Episode tschechisch-deutscher Geschichte. Graphic Novels kamen mir bisher nicht allzu oft auf den Tisch. Den genauen Grund kann ich... Weiterlesen →

Ziemowit Szczerek: Sieben

Außen Roadtrip, innen der Selbsthass einer Nation: Sieben (Voland & Quist) von Ziemowit Szczerek führt nicht nur quer durch Polen, sondern auch ganz tief in das Herz des Landes. Und zu all den Dämonen, die es heimsuchen. Sieben. Das Buch der polnischen Dämonen. Ich muss ja zugeben, dass ich bei dem Titel erstmal an eine... Weiterlesen →

Frank Rudkoffsky: Fake

Regretting Motherhood und die Generation Troll finden in Fake von Frank Rudkoffsky (Voland & Quist) zueinander. Der Roman erzählt von Erwartungen, Ansprüchen und tiefer Enttäuschung. So nah am Leben, dass er Angst machen kann. Als Max die Bühne betritt, wird alles anders. Max, das ist ein Neugeborener, der so seine Probleme mit seinem jungen Leben... Weiterlesen →

We talk Indie: Im Gespräch mit Voland & Quist

Noch anderthalb Wochen bis zum Indiebookday – es gibt kaum einen besseren Anlass, um eine neue Reihe ins Leben zu rufen, in der wir mit den Menschen hinter den aufregenden Verlagsprogrammen reden: »We talk Indie«. Letzte Woche machten die Damen von binooki im Gespräch mit der Klappentexterin den Anfang, nächste Woche folgt das Verlagshaus J.... Weiterlesen →

Olja Savicevic: Lebt wohl, Cowboys

Ein rasanter Ritt, der den Staub auf den Erinnerungen aufwirbelt

Da war ich also. Angekommen. Ha, angekommen! Ich war in diese Stadt zurückgekehrt, die eine riesige Rumpelkammer ist, Matsch und Oliven, Staubschönheit, Abende auf der verlassenen Terrasse des Hotels Ilirija, Schwermetalle in der Luft, Kot und Kiefernholz, Katzen und glitschige Fischschuppen auf der öligen Helling und das Meer glatt gezogen bis Dezember, wenn die Südwestwinde wehen.

savicevicEs ist die dalmatinische Stadt Dubrovnik, die Dada mit diesen Worten so plastisch beschreibt, die sie schmecken und riechen lässt, ihre kroatische Heimat, gezeichnet vom Krieg und der Erholungsgier der Touristen. Die junge Frau – die im Alten Ort Rusty genannt wird wegen der roten Haare – hat ihr Studium in Zagreb abgebrochen und einen Mann ohne ein Wort verlassen, hat sich in den Zug gesetzt nach Hause. Hier lebt die Schwester und gibt Acht auf die Mutter, damit diese nicht zerfällt in ihrer Trauer um den Vater und den Bruder. Der Vater starb an den Folgen seiner Arbeit in der Zementfabrik, Dada denkt gern an ihn und seine wilde Leidenschaft für Cowboys: “Der Papagei imitierte das Pfeifen, mit dem uns Vater immer rief, und jagte uns damit Angst ein, denn Vater war streng. Erst später wurde er weicher, erinnere ich mich, als hätte er gewusst, dass zu nichts mehr Zeit bleibt außer zum Spielen.” Daniel dagegen – und das ist die Tragödie, die die zersplitterte Familie in ihren Fängen hält – hat sich mit 18 Jahren vor den Intercity Osijek-Zagreb-Split geworfen. Dada hat ihn geliebt, als Kind war sie mit ihm enger verbunden als mit der großen gehässigen Schwester. Sie waren die Cowboys, die gegen die Indianer – die Irokesen-Brüder vom Schienenclan – kämpften. Seit Jahren fragt sich Dada, was geschehen ist. Und will endlich eine Antwort.

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